B 7 Fruchtsäfte, Gemüsesäfte

b7 fruchtsaefteVeröffentlicht mit Geschäftszahl:

BMGF-75210/0004-IV/B/10/2005 vom 4.2.2005

Veröffentlichung der Toleranzen bei der Beurteilung des Vitamin-Gehaltes bei der Nährwertkennzeichnung 32006/IX/B/1b/01 vom 14.11.2001

Änderungen, Ergänzungen:

BMG-75210/0003-II/B/7/2010 vom 5.7.2010
BMGF-75210/0029-II/B/13/2017 vom 22.12.2017

 

Unterkategorien

Gemüse sind alle im frischen Zustand nicht trockenen Teile einjähriger Pflanzen, die ohne Entzug wesentlicher Bestandteile roh oder gekocht direkt der menschlichen Nahrung dienen. Im Sinne dieses Kapitels werden darunter auch Melonen, Kürbisse, Kartoffeln und Rhabarber verstanden. Die Erzeugnisse dieses Kapitels werden aus frischem oder durch Kälte haltbar gemachtem Gemüse hergestellt.

Gemüsemark/-püree ist das gärfähige, unvergorene oder milchsauer vergorene, aus dem passierten, genießbaren Teil der ganzen oder geschälten Gemüse ohne Abtrennen des Saftes gewonnene Erzeugnis.

Konzentriertes Gemüsemark/-püree ist das aus Gemüsemark/püree durch physikali-sches Abtrennen eines bestimmten teils des natürlichen Wassergehaltes hergestellte Erzeugnis. Das zur Abgabe an den Verbraucher bestimmte Erzeugnis wird mindestens auf die Hälfte des Volumens des ursprünglichen Gemüsemarkes/pürees eingeengt.

Konzentrierter Gemüsesaft ist das aus Gemüsesaft durch physikalisches Abtrennen eines bestimmten Teils des natürlichen Wassergehaltes hergestellte Erzeugnis. Das zur Abgabe an den Verbraucher bestimmte Erzeugnis wird mindestens auf die Hälfte des Volumens des ursprünglichen Gemüsesaftes eingeengt.

Gemüsenektar / Gemüsetrunk ist die zum unmittelbaren Verzehr bestimmte ver-dünnte Zubereitung aus Erzeugnissen gemäß 2.1.2 bis 2.1.5.

Zur Herstellung der in 2.1 beschriebenen Erzeugnisse werden die in § 6 der Fruchtsaftverordnung, BGBl. II Nr. 83/2004 idgF. (www.ris.bka.gv.at), angeführten Behandlungen und Stoffe sowie zulässige Enzympräparate verwendet.

Als Zutaten können verwendet werden:

  • Zucker und Zuckerarten gemäß Zuckerverordnung, BGBl. II Nr. 472/2003 idgF.
  • aus Früchten stammende Zuckerarten
  • Honig gemäß der Honigverordnung, BGBl. II Nr. 40/2004 idgF.
  • Salz gemäß Codexkapitel B 21
  • Produkte im Sinne der Fruchtsaftverordnung, BGBl. II Nr. 83/2004 idgF.
  • Gewürze und Gewürzextrakte gemäß Codexkapitel B 28
  • Essig gemäß Codexkapitel B 8
  • zugelassene Zusatzstoffe
  • Wasser gemäß Trinkwasserverordnung, BGBl. II Nr. 304/2001 idgF.
  • Wasser gemäß Mineralwasser- und Quellwasserverordnung, BGBl. II Nr. 309/1999 idgF.
  • Vitamine und Mineralstoffe

Die Beurteilung erfolgt gemäß Kapitel A 3 "Allgemeine Beurteilungsgrundsätze".

Absatz 2.4.1 ist anzuwenden.

Als analytische Referenzmethoden sind die im Code of Practice for Evaluation of Fruit and Vegetable Juices der AIJN genannten heranzuziehen.

Der Vitamin C – Gehalt von Früchten unterliegt bereits von Natur aus hohen Schwan-kungen. Er wird innerhalb einzelner Fruchtarten z.B. durch Sorte, geographischen Standort, Reifegrad und klimatische Bedingungen beeinflusst. Darüber hinaus treten technologisch bedingte Verluste bei der Herstellung und Lagerung dieser Warengruppe auf, wobei Abfülltechnik und Verpackungsart (Glas, diverse Kunststoffpackungen) eine wesentliche Rolle spielen.

Die vorliegenden Toleranzen sollen eine Hilfestellung für Erzeuger, Gutachter und Behörden im Sinne einer sachverständigen Empfehlung sein Wird beim Inverkehrbringen von Frucht- und Gemüsesäften und –nektaren sowie Sirupen im Rahmen der Nährwertkennzeichnung gemäß NWKV, BGBl. 896/1995 i.d.g.F., der Gehalt an Vitamin C (L-Ascorbinsäure) angegeben, werden folgende Tole-ranzen angewendet: Bei der sachverständigen Interpretation sind darüber hinaus allenfalls vorhandene Lager- (Stabilitäts-) -studien des Herstellers sowie die analytischen Kenngrößen bei der Streuung der Vitamin C– Bestimmung (z.B. nach IFU) zu berücksichtigen.

Bei Frucht- und Gemüsesäften und –nektaren sowie Sirupen, denen keine Vitamine zugesetzt wurden, ist, wenn eine Nährwertkennzeichnung erfolgt, ein durchschnittli-cher Vitamin C - Gehalt anzugeben, der gemäß §8 Abs.2 NWKV ermittelt wurde.

Zum Ablauf des – nach den Regeln der GHP vom Erzeuger bestimmten – Mindest-Haltbarkeitsdatums liegt der Gehalt an Vitamin C – ohne Berücksichtigung der Analy-sentoleranzen – um nicht mehr als 25% unter dem deklarierten Wert.

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