A Fleisch

Unterkategorien

Unter Fleisch sind alle für den menschlichen Genuss verwendbaren Teile geschlachteter oder erlegter warmblütiger Tiere zu verstehen, die sich zum menschlichen Genuss eignen oder hiefür bestimmt und genußtauglich i. S. des Lebensmittelsicherheits- und Verbraucherschutzgesetzes sind. In veterinärrechtlichem Sinne werden darunter auch die daraus hergestellten Produkte verstanden.

Zum menschlichen Genuss nicht verwendbare Teile sind Hufe, Klauen, Hörner, Haare, Borsten, Federn, die nicht genießbaren Teile der Haut, Augen, Ohrausschnitte, Afterausschnitte, Scham, Scheide, Gebärmutter, Föten, das männliche Glied, laktierende Euter, der Nabelbeutel des Schweines, Tonsillen vom Rind und Schwein, der Dickdarm der Einhufer und Stichfleisch (siehe sonstiger Schlachtanfall A.1.1.2.4) und spezifiziertes Risikomaterial (SRM).

Frisches Fleisch ist Fleisch (einschließlich im Hochvakuum oder in definierter Atmosphäre umhülltes Fleisch), das nicht zum Zwecke der Haltbarmachung - außer mit Kälte - behandelt worden ist.

Bei gespaltenen Rindern erfolgt die Zerteilung in Vorder- und Hinterviertel zwischen der 6. und 7. Rippe. Der "Englische" (siehe A.3.1.1) endet kopfwärts mit der 7. Rippe. Beim Pistolenschnitt kann die "Platte" (siehe A.3.1.1) am Vorderviertel bleiben. Solche Vorderviertel werden als "Vorderviertel mit Lappen" bezeichnet. Von den Vorder- und Hintervierteln des vorschriftsmäßig ausgeschlachteten Tierkörpers sind folgende Teile zu entfernen:

  • Stichfleisch, das sind die blutig durchtränkten Teile der Stichwunde,
  • Zwerchfell einschließlich Nierenzapfen,
  • Nieren einschließlich Nierenfett,
  • Beckenfett,
  • Rückenmark,
  • Sackfett,
  • Milchdrüse (Kalbinnen),
  • Schwanz ("Schlepp") vor dem ersten Schwanzwirbel.

Die Zerteilung beim Kalb erfolgt ebenfalls zwischen der 6. und 7. Rippe. Der Kalbsrücken (Nierenbraten und Kotelett) endet kopfwärts mit der 7. Rippe. Nicht geschlechtsreife Rinder bis zu einem Schlachtgewicht (warm) von höchstens 180 kg und einem Alter von höchstens 6 Monaten gelten als Kälber, und zwar bis 6 Wochen Alter als "Milchkälber", von 6 Wochen bis zu 6 Monaten Alter als "Mastkälber". Die Bezeichnung "Weidnerkälber" ist mit dem Begriff "Milchkälber" ident. Vor der Ermittlung des Warmgewichts sind folgende Teile zu entfernen:

  • der Kopf zwischen Hinterhauptsbein und dem ersten Halswirbel senkrecht zur Wirbelsäule ohne jedes Halsfleisch,
  • die Vorderfüße im Karpalgelenk und die Hinterfüße vor dem Tarsalgelenk,
  • die Haut ohne anhaftendes Fleisch oder Fett,
  • die Organe der Brust-, Bauch- und Beckenhöhle.

Die Zurichtung erfolgt mit Nierenstock und Schwanz. Bei Weidnerkälbern (Gewicht des ausgeschlachteten Tierkörpers bis 90 kg) bleiben die Nieren und das Nierenfett sowie das Beckenfett am Hinterviertel. "Heubeißer" ("Fresser") sind Jungrinder im Futterwechsel von Milch- auf Rauhfutter. Für Pferde gilt dieselbe Richtlinie wie für Rinder mit der Maßgabe, dass die Teilung in Vorder- und Hinterviertel zwischen der 8. und 9. Rippe erfolgt. Für Lämmer und Schafe über 6 Monate gilt die Richtlinie für Rinder sinngemäß. Schweinehälften sind in der Form handelsüblich, wie sie nach der vorgeschriebenen Ausschlachtung und Fleischuntersuchung anfallen; darüber hinaus werden keine Teile entfernt. Die Richtlinie über die Schnittführung bei der Zerteilung von Schlachttierkörpern in Vorder- und Hinterviertel schließt anderslautende Vereinbarungen zwischen Geschäftspartnern nicht aus; nicht berührt sind hievon die Vorschriften der Zurichtung von Rindern (VO (EG) Nr. 1208/81) und Schweinen (VO (EG) Nr. 3220/84).

Lungenbraten (Filet) ist bei Rindern, Kälbern, Schweinen und Einhufern die von den Lendenwirbeln und Beckenknochen abgetrennte und von größeren Fettgewebsauflagerungen befreite innere Lendenmuskulatur (innere Hüftmuskulatur, Rückenbeugemuskulatur, Psoasmuskulatur). In Österreich ist Lungenbraten mit und ohne "Kette" (muskulöse Anheftung) im Handel. Als "Filet" wird ein Lungenbraten ohne Kette bezeichnet. Bei kleinen Wiederkäuern und beim Hirsch wird auch der M.longissimus dorsi als "Filet" bezeichnet. Beim Geflügel ist "- filet" die von der Haut befreite ("filetierte") Brustmuskulatur ohne Knochen, z.B. "Putenfilet".

Sofern die Tierart nicht angegeben ist, handelt es sich bei Filet um das eines Rindes. Filet vom Kalb sowie von anderen Tierarten wird entsprechend bezeichnet, z.B. als "Kalbsfilet", "Hirschfilet".

Roastbeef ist die von den Lendenwirbeln gelöste äußere Lendenmuskulatur (ausgelöstes Beiried) und stammt ausschließlich vom Rind.

Unter Kotelett oder Karbonade versteht man eine quer zur Faser geschnittene Scheibe Rückenmuskulatur mit Knochen (Kurzes oder Langes Karree) vom Schwein, Kalb oder Lamm.

In der Bezeichnung wird deutlich sicht- und lesbar nebst dem Wort "Kotelett (Karbonade)" stets die Tierart genannt, z.B. "Schweinskotelett (-karbonade)", "Kalbkotelett (-karbonade)".

Quer zur Faser geschnittene Brustmuskulatur mit eingewachsenen Knochen von Pute oder Huhn wird als "Kotelett von der Pute" oder "Kotelett vom Huhn" bezeichnet.

Steak ist eine zum Kurzbraten oder Grillen geeignete, nicht zu dünne, quer zur Faser geschnittene Scheibe aus in natürlichem Zusammenhang belassenem, sehnenarmem Fleisch der Rückenmuskulatur, meist mit anhaftendem Fettgewebe, ohne Knochen, ausgenommen "Porterhouse-Steak", "T-Bone-Steak" und "Club-Steak".

Bezeichnungen, wie "Filet-Steak", "Rump-Steak", "Lenden-Steak", "Rib-Eye-Steak" und "Hüft-Steak" weisen auf die Verwendung bestimmter Fleischteile hin. Hinweise auf Zubereitungen und Würzungen, wie "Pfeffersteak", sowie Phantasiebezeichnungen, wie z.B. "Jäger-Steak", sind möglich.

Sofern die Tierart nicht angegeben ist, handelt es sich bei "Steaks" stets um solche vom Rind. Steaks von anderen Tierarten werden in jedem Fall nach der Tierart bezeichnet, z.B. "Kalbs-Steak", "Lamm-Steak" oder "Puten-Steak".

Beinscheiben sind quer zum Knochen geschnittene und diesen enthaltende Scheiben vom oberen und mittleren Anteil des Hinteren Wadschinkens vom Rind oder Kalb. Vom Kalb stammende werden auch als "Ossobuco" und solche vom Rind als "Jarret" bezeichnet. Beinscheiben aus Unterkeulen von Puten werden als "Ossobuco von der Pute" bezeichnet. Bei Beinscheiben von Fleisch anderer Tiere ist die Tierart anzugeben.

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