B 17 Abgefüllte Wässer

b17 abgefuellte waesserVeröffentlicht mit Geschäftszahl:

BMGF-75210/0005-II/B/13/2016 vom 08.09.2016

Änderungen, Ergänzungen:

BMASGK-75210/0015-IX/B/13/2018 vom 21.01.2019
BMASGK-75210/0001-IX/B/13/2019 vom 05.07.2019

 

Unterkategorien

Unter der Vorgabe, dass die Voraussetzungen nach Abs. 1.1.2 für natürliches Mineralwasser erfüllt sind, werden die im Folgenden angeführten Überprüfungen mit wissenschaftlich anerkannten Verfahren durchgeführt:

  • geologische, hydrologische und hydrogeologische
  • physikalische, chemische und physikalisch-chemische
  • mikrobiologische und hygienische
  • ernährungsphysiologische bei natürlichen Mineralwässern mit weniger als 1.000 mg gelöster Mineralstoffe oder weniger als 250 mg freien Kohlendioxids in einem Liter zusätzlich oder bei einer Mineralisierung von mehr als 6,5 g/l.
  • mikrobiologische Anforderungen.

Das Inverkehrbringen natürlichen Mineralwassers und Quellwassers darf nur erfolgen, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  1. Die Quelle oder der Quellaustritt muss gegen die Gefahr einer Verunreinigung geschützt sein.
  2. Technische Einrichtungen wie Fassungen, Rohrleitungen und Wasserbehälter müssen aus für das Wasser geeigneten Stoffen bestehen und derart beschaffen sein, dass jede chemische, physikalisch-chemische und mikrobiologische Veränderung dieses Wassers verhindert wird.
  3. Die Nutzungsbedingungen, insbesondere die Reinigungs- und Abfüllanlagen, müssen den hygienischen Anforderungen genügen. Die Behältnisse müssen so behandelt oder hergestellt sein, dass sie die mikrobiologischen und chemischen Merkmale natürlicher Mineralwässer und Quellwässer nicht verändern.
  4. Erfüllt das aus der Quelle gewonnene Wasser nicht mehr die mikrobiologischen Anforderungen nach Abs. 1.2.1.1 bis 1.2.1.4, enthält es chemische Verunreinigungen oder geben sonstige Umstände einen Hinweis auf eine Verunreinigung der Quelle, so unterlässt der Abfüller unverzüglich jede Gewinnung und Abfüllung zum Zweck des Inverkehrbringens solange bis die Ursache der Verunreinigung beseitigt ist und das Wasser wieder den mikrobiologischen und chemischen Anforderungen entspricht.
  5. Quellwasser muss hinsichtlich der chemischen und chemisch-physikalischen Anforderungen der Trinkwasserverordnung[4] entsprechen.
  6. Zur Einhaltung der oben angeführten Bedingungen werden regelmäßig Kontrollen vorgenommen. Probenahme und Analysenumfang zur Überwachung der mikrobiologischen und chemischen Eigenschaften natürlicher Mineralwässer und Quellwässer erfolgen im Mindestausmaß des Anhangs 7.
  7. Untersuchungen gemäß Anhang 1 und mikrobiologische Überprüfungen der Quelle erfolgen bei Quellwässern und natürlichen Mineralwässern zumindest alle 10 Jahre (Volluntersuchung).

[4] Verordnung über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch (Trinkwasserverordnung – TWV), BGBl. II Nr. 304/2001 idgF.

Ein natürliches Mineralwasser oder ein Quellwasser so wie es aus der Quelle austritt darf keiner anderen Behandlung unterzogen werden als im Folgenden angeführt ist; dabei gilt der Grundsatz, dass keine Stoffe zugesetzt werden, ausgenommen nach Abs. 1.3.1. lit. d) – das Versetzen oder Wiederversetzen mit Kohlendioxid; ebenso wird die Zusammensetzung des Wassers durch die Behandlung in seinen wesentlichen, seine Eigenschaften bestimmenden Bestandteilen nicht geändert. Insbesondere dürfen keine Verfahren angewandt werden, welche den Gehalt an Mikroorganismen des natürlichen Mineralwassers oder Quellwassers verändern könnten oder welche dem Wasser Eigenschaften verleihen sollen, die es am Quellaustritt nicht aufwies.

Folgende Verfahren sind zulässig:

  1. Das Abtrennen unbeständiger Inhaltsstoffe, wie Eisen- und Schwefelverbindungen durch Filtration oder Dekantation gegebenenfalls nach Belüftung.
  2. Das Abtrennen von Eisen-, Mangan- und Schwefelverbindungen sowie von Arsen bei bestimmten Wässern durch eine Behandlung unter Verwendung von mit Ozon angereicherter Luft.
    • Die Anwendung dieser Behandlungsform ist durch die Zusammensetzung des Wassers hinsichtlich der in Abs. 1.3.1. lit. b) angeführten Elemente gerechtfertigt.
    • Der Anwender trifft alle Maßnahmen, um die Wirksamkeit und Unschädlichkeit der Behandlung zu gewährleisten.
    • Durch die Behandlung wird weder die physikalisch-chemische Zusammensetzung des Wassers hinsichtlich seiner charakteristischen Bestandteile verändert, noch werden Rückstände gebildet, deren Konzentrationen die zulässigen Grenzwerte gemäß Anhang 2 überschreiten oder ein gesundheitliches Risiko darstellen können.
    • Vor der Behandlung entspricht das Wasser den mikrobiologischen Anforderungen gemäß Abs. 1.2.1.1 und 1.2.1.4.
  3. Der vollständige oder teilweise Entzug des freien Kohlendioxids durch ausschließlich physikalische Verfahren.
  4. Das Versetzen oder Wiederversetzen mit Kohlendioxid.
  5. Die Behandlung natürlicher Mineralwässer und Quellwässer mit aktiviertem Aluminiumoxid zur Entfernung von Fluorid ist zulässig. Die Behandlung zur Fluoridentfernung wird gemäß den im Anhang der Verordnung (EU) Nr. 115/2010[5] festgelegten technischen Anforderungen durchgeführt. Die Durchführung einer Behandlung zur Fluoridentfernung ist der zuständigen Behörde mindestens 3 Monate im Voraus zu melden. Zusammen mit der Meldung übermittelt die Unternehmerin/der Unternehmer der zuständigen Behörde einschlägige Informationen, Unterlagen und Untersuchungsergebnisse, aus denen hervorgeht, dass die Behandlung dem Anhang der Verordnung (EU) Nr. 115/2010[5] entspricht.

4 Verordnung über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch (Trinkwasserverordnung – TWV), BGBl. II Nr. 304/2001 idgF.

[5] Verordnung (EU) Nr. 115/2010 zur Festlegung der Bedingungen für die Verwendung von aktiviertem Aluminiumoxid zur Entfernung aus natürlichen Mineralwässern und Quellwässern, Anhang

Natürliches Mineralwasser und Quellwasser darf nur in den zur Abgabe an den Letztverbraucher zugelassenen Behältnissen transportiert werden. Es muss in unmittelbarer Nähe zum Quellort abgefüllt werden.

Die handelsübliche Bezeichnung für natürliche Mineralwässer ist: „natürliches Mineralwasser“. Die ergänzende Information „ohne Kohlensäure“ ist möglich, sofern diese abgesetzt von der handelsüblichen Bezeichnung „natürliches Mineralwasser“ angeführt wird. Ergänzende Angaben wie "Bio", "Öko", "biologisch", "ökologisch", "organisch", "organic" oder sinngemäße Hinweise in Verbindung mit "natürlichem Mineralwasser" werden nicht verwendet.

Ein natürliches Mineralwasser, das aus ein und derselben Quelle stammt, darf nicht unter mehreren Handelsbezeichnungen oder anderen Quellnamen in den Verkehr gebracht werden, die den Eindruck erwecken können, das Mineralwasser stamme aus verschiedenen Quellen.

Auf Verpackungen und Etiketten, Aufmachung sowie bei jeglicher Art von Werbung sind Angaben, Bezeichnungen, Hersteller- oder Handelsmarken, Abbildungen und andere bildliche und nicht bildliche Zeichen untersagt, die:

  • Merkmale vortäuschen, die das natürliche Mineralwasser vor allem hinsichtlich der Herkunft, der Analysenergebnisse oder ähnlicher auf die Garantie für Echtheit abgestellter Angaben nicht besitzt,
  • bei einem abgefüllten Wasser, das nicht Abs. 1.1.2 entspricht, zu einer Verwechslung mit einem natürlichen Mineralwasser führen können, insbesondere die Angabe "Mineralwasser".
  • zu verstehen geben, dass sich das natürliche Mineralwasser durch besondere Merkmale auszeichnet, obwohl vergleichbare Wässer gemäß Abs. 1.1.2 (oder 1.1.3) dieselben Merkmale aufweisen.

Hinweise, wonach ein natürliches Mineralwasser Eigenschaften der Verhütung, Behandlung oder Heilung einer menschlichen Krankheit besitzt, sind unzulässig.

Zur Verwendung nährwert- und gesundheitsbezogener Angaben bei natürlichem Mineralwasser können jene aus der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006[7] bzw. der Verordnung (EU) Nr. 432/2012[8] herangezogen werden. Die in der Unionsliste angeführten zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben dürfen für natürliche Mineralwässer verwendet werden, sofern die darin vorgesehenen Bedingungen erfüllt sind. Die Anforderungen der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 sind zudem einzuhalten.

[7] Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel idgF.

[8] Verordnung (EG) Nr. 432/2012 zu Festlegung einer Liste zulässiger anderer g8sundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel als Angaben über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos sowie die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern idgF.

Die handelsübliche Bezeichnung für Quellwässer ist "Quellwasser".

Ein Quellwasser, das aus ein und derselben Quelle stammt, darf nicht unter mehreren Handelsbezeichnungen oder anderen Quellnamen in den Verkehr gebracht werden, die den Eindruck erwecken können, das Quellwasser stamme aus verschiedenen Quellen.

Unter Tafelwasser wird Wasser verstanden, das aus Trinkwasser (Trinkwasserverordnung4 und Codexkapitel B 1 „Trinkwasser“), natürlichem Mineralwasser oder Quellwasser (Mineralwasser- und Quellwasserverordnung9), unter Verwendung einer oder mehrerer im Abs. 2.2.3 angeführten Zutaten, hergestellt wird.

4 Verordnung über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch (Trinkwasserverordnung – TWV), BGBl. II Nr. 304/2001 idgF.

9Verordnung über natürliche Mineralwässer und Quellwässer (Mineralwasser- und Quellwasserverordnung), BGBl. II Nr. 309/1999 idgF.

Das für die Erzeugung von Tafelwasser verwendete Trinkwasser muss den Anfor-derungen gemäß der Trinkwasserverordnung4 und Codexkapitel B 1 „Trinkwasser“ entsprechen. Ausnahmen gemäß Trinkwasserverordnung4 sind für Trinkwasser zur Herstellung von Tafelwasser nicht anzuwenden.

Das für die Erzeugung von Tafelwasser verwendete natürliche Mineralwasser oder Quellwasser muss den Anforderungen der Mineralwasser- und Quellwasserverordnung9 und den sonstigen Anforderungen des Abschnittes 1 entsprechen.

Zur Herstellung von Tafelwasser finden folgende Zutaten Verwendung:

  1. Sole oder durch Wasserentzug im Gehalt an Salzen angereichertes natürliches Mineralwasser
  2. Salze bzw. Salzlösungen
    • Natriumchlorid, Kaliumchlorid und Calciumchlorid
    • Natriumcarbonat, Natriumhydrogencarbonat (Natriumbicarbonat), Kaliumcarbonat und Kaliumhydrogencarbonat (Kaliumbicarbonat), Calciumcarbonat, Magnesiumcarbonat
    • Calciumsulfat und Magnesiumsulfat
  3. Kohlensäure (Kohlendioxid)
  4. Sauerstoff.

Standardisierung des Tafelwassers durch Zugabe von kleinen Mengen Salz/Salzlösungen ist zulässig.

Tafelwasser darf nur in den zur Abgabe an die Letztverbraucherin/den Letztverbraucher bestimmten Behältnissen transportiert werden. Das zur Herstellung verwendete Trinkwasser, natürliche Mineralwasser oder Quellwasser wird nicht in Transport-behältnissen befördert.

Das für die Herstellung von abgefülltem Trinkwasser verwendete Wasser muss den für Trinkwasser geltenden Anforderungen der Trinkwasserverordnung – TWV und dem Codexkapitel B 1 "Trinkwasser" entsprechen.

Beim Herstellen von abgefülltem Trinkwasser dürfen nur Verfahren gemäß Codexkapitel B 1 "Trinkwasser" sowie thermische Verfahren, wie Pasteurisieren, angewandt werden.

Der Gehalt an Calcium und/oder Magnesium unterschreitet im Zuge einer Enthärtung nicht 1,5 mmol/l (dies entspricht ca. 8,6°dH), die Säurekapazität liegt nicht unter 1,5 mmol/l.

Das zur Herstellung bzw. Abfüllung vorgesehene Trinkwasser wird nicht in Transportbehältnissen befördert. Abgefülltes Trinkwasser wird nur in den zur Abgabe an die Letztverbraucherin/den Letztverbraucher bestimmten Behältnissen transportiert.

Siehe Codexkapitel B 1 „Trinkwasser“, Anhang 1, Teile B und C sowie Abschnitt 1, Anhänge 1 und 2 dieses Kapitels.

Es gelten die im Abs. 1.3 angeführten Verfahren zur Behandlung von Trinkwasser, natürlichem Mineralwasser und Quellwasser.

Wasser im Sinne dieses Abschnittes darf nur in den zur Abgabe an die Letztverbraucherin/den Letztverbraucher bestimmten Behältnissen transportiert werden. Die dafür verwendeten Behältnisse sind mit einem Verschluss versehen, der geeignet ist, Veränderungen der Eigenschaften oder Verunreinigungen des Wassers zu verhindern.

Das in diesem Abschnitt beschriebene Erzeugnis wird deutlich sicht- und lesbar wie folgt bezeichnet: „Wasser zur Abgabe aus Wasserspendern“.

  Grenzwerte in mg/l Berechnet als
1.         Antimon                 0,0050 Sb
2.         Arsen                 0,010 (insgesamt) As
3.         Barium                 1 Ba
4.         Blei                 0,010 Pb
5.         Bor            5,0 (vorl. Wert vorbh. einer Entscheidung der EK) B
6.         Cadmium                 0,003 Cd
7.         Chrom                 0,050 Cr
8.         Cyanid                 0,070 CN
9.         Fluorid[13]                 5,0 F
10.     Kupfer                 1,0 Cu
11.     Mangan                 0,50 Mn
12.     Nickel                 0,020 Ni
13.     Nitrat                 25 NO3
14.     Nitrit                 0,1 NO2
15.     oxidierbare
organische Stoffe
                3,0 O2
16.     Quecksilber                 0,0010 Hg
17.     Schwefelwasserstoff                 0,05 H2S
18.     Selen                 0,010 Se
19.     Uran                 0,015 U
20.     Zink                 5,0 Zn
21.     Oberflächenaktive Substanzen, beschränkt auf solche Substanzen, die mit Methylenblau reagieren                 0,2 TBS
22.     Pestizide[14]                 0,0001 Je nachweisbarem Pestizid
23.     Radioaktivität Es gilt die Regelung des Codexkapitels B 1 „Trinkwasser“  
24.     Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe                    0,0001 (Summe der Konzentrationen der spezifizierten Verbindungen; bei den spezifizierten Verbindungen handelt es sich um: Benzo-(b)-fluoranthen Benzo-(k)-fluoranthen Benzo-(ghi)-perylen Inden-(1,2,3-cd)-pyren)  

[13]Über 1,5 mg/l bis 5 mg/l mit Hinweis gemäß Abs. 1.4.1.6 e) und f).

[14] Untersuchungen im Umfang der Verordnung über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch (Trinkwasserverordnung), BGBl. II Nr. 304/2001 idgF, Aktionswerte für relevante Metaboliten von Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffen in Wasser für den menschlichen Gebrauch idgF.

Rückstände der Behandlung Grenzwerte µg/l
Gelöstes Ozon 50
Bromat 3
Bromoform 1

Die Einhaltung der Grenzwerte wird zum Zeitpunkt der Abfüllung in Flaschen oder sonstige für die Endverbraucherin/den Endverbraucher bestimmte Behältnisse überprüft.

Bestandteile Richtigkeit[16] in % der GW Präzision[17] in % der GW Nachweisgrenzen[18] in % der GW Anmerkungen
Antimon 25 25 25  
Arsen 10 10 10  
Barium 25 25 25  
Blei 10 10 10  
Bor 10 10 10  
Chrom 10 10 10  
Cyanid 10 10 10 [19]
Fluorid 10 10 10  
Cadmium 10 10 10  
Kupfer 10 10 10  
Mangan 10 10 10  
Nickel 10 10 10  
Nitrat 10 10 10  
Nitrit 10 10 10  
Quecksilber 20 10 20  
Selen 10 10 10  
Uran 10 10 10  
Zink 10 10 10  

[15] Die Analysenverfahren zur Messung der Konzentrationen der in Anhang 1 genannten Bestandteile müssen mindestens dem Grenzwert entsprechende Konzentrationen mit spezifischer Richtigkeit, Präzision und Nachweisgrenze messen können. Ungeachtet der Sensitivität des verwendeten Analyseverfahrens wird das Ergebnis mit mindestens genauso vielen Dezimalstellen angegeben wie bei den in Anhang 1 vorgesehenen Grenzwerten.

[16] Richtigkeit ist die systematische Messabweichung, die sich als Differenz zwischen dem Mittelwert aus einer großen Anzahl von wiederholten Messungen und dem wahren Wert ergibt.

[17] Präzision ist die zufällige Messabweichung, die in der Regel als Standardabweichung (innerhalb einer Messwertreihe und zwischen Messwertreihen) der Streuung von Ergebnissen um den Mittelwert ausgedrückt wird. Eine annehmbare Präzision entspricht der zweifachen relativen Standardabweichung.

[18] Nachweisgrenze ist

  • entweder die dreifache relative Standardabweichung (innerhalb einer Messwertreihe) einer natürlichen Probe mit einer niedrigen Konzentration des Parameters oder

  • die fünffache relative Standardabweichung (innerhalb einer Messwertreihe) einer Blindprobe.

[19] Mit dem Verfahren sollte der Gesamtcyanidgehalt in allen Formen bestimmt werden können.

Die nachstehenden Verfahrensgrundsätze für mikrobiologische Parameter haben, sofern ein CEN/ISO-Verfahren angegeben ist, Referenzfunktion. Wird ein anderes als das angegebene Verfahren eingesetzt, ist entsprechend der ÖNORM EN ISO 17994 nachzuweisen, dass das eingesetzte Verfahren vergleichbare Ergebnisse zum Referenzverfahren liefert. Außerdem ist eine Validierung des Verfahrens nach Vornorm ÖNORM EN ISO 13843 erforderlich.

Coliforme Bakterien und Escherichia coli (ÖNORM EN ISO 9308-1)

Enterokokken (ÖNORM EN ISO 7899-2)

Pseudomonas aeruginosa (ÖNORM EN ISO 16266)

Sulfitreduzierende Clostridien (ÖNORM EN 26461-2)

Clostridium perfringens (einschließlich Sporen) (EN ISO 14189)

Kultivierbare Mikroorganismen – Koloniezahl bei 22° C[20] (ÖNORM EN ISO 6222)

Kultivierbare Mikroorganismen – Koloniezahl bei 37 °C[20+21] (ÖNORM EN ISO 6222)

[20] Bebrütungsdauer 72 Stunden bei 22 °C, 24 Stunden bei 37 °C 24 statt 48 Stunden gemäß RL 2009/54/EG.

[21] Bei Regalproben ist auf die notwendigen Verdünnungen zu achten.

Angaben Kriterien
Mit geringem Gehalt an Mineralien Der als fester Rückstand berechnete Mineralsalzgehalt beträgt nicht mehr als 500 mg/l
Mit sehr geringem Gehalt an Mineralien Der als fester Rückstand berechnete Mineralsalzgehalt beträgt nicht mehr als 50 mg/l
Mit hohem Gehalt an Mineralien Der als fester Rückstand berechnete Mineralsalzgehalt beträgt mehr als 1.500 mg/l
Bicarbonathaltig (Hydrogen-carbonathaltig) Der Bicarbonat-Gehalt beträgt mehr als 600 mg/l
Sulfathaltig Der Sulfat-Gehalt beträgt mehr als 200 mg/l
Chloridhaltig Der Chlorid-Gehalt beträgt mehr als 200 mg/l
Calciumhaltig Der Calcium-Gehalt beträgt mehr als 150 mg/l
Magnesiumhaltig Der Magnesium-Gehalt beträgt mehr als 50 mg/l
Fluoridhaltig Der Fluorid-Gehalt beträgt mehr als 1 mg/l
Eisenhaltig Der Gehalt an zweiwertigem Eisen beträgt mehr als 1 mg/l
Säuerling Der Gehalt an freiem Kohlenstoffdioxid beträgt mehr als 250 mg/l
Natriumhaltig Der Natrium-Gehalt beträgt mehr als 200 mg/l
Geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung (nach Entfernen der Kohlensäure, z. B. durch Erwärmen) Höchstwerte in mg/l an:                    
Natrium 20
Kalium 10
Calcium 175
Magnesium 50[22]
Magan 0,2
Uran 0,005
Fluorid 1,5
Chlorid 50
Jodid 0,1
Nitrat 10
Nitrit 0,02
Sulfat 240[23]
Hydrogencarbonat 550
Geeignet für natriumarme Ernährung Der Natrium-Gehalt beträgt weniger als 20 mg/l

[22] 50 bis 70 mg/l nur dann, wenn der ionenäquivalente Anteil des Calciums um mindestens 20 % über jenem des Magnesiums liegt.

[23] 240 bis 300 mg/l nur dann, wenn den Sulfat-Ionen ein zumindest gleich hoher ionenäquivalenter Anteil an Calcium-Ionen gegenübersteht.

  1. Anweisungen für die geologischen und hydrologischen Untersuchungen.
    Gefordert werden müssen insbesondere:
    1. die genaue Lage der Fassung nach ihrer Höhe und topographisch nach einer Karte im Maßstab von höchstens 1 : 1.000
    2. ein ausführlicher geologischer Bericht über die Entstehung und die Art des Geländes
    3. die Stratigraphie der hydrogeologischen Ablagerung
    4. die Beschreibung der Fassungsarbeiten
    5. die Abgrenzung des Gebietes oder andere Maßnahmen zum Schutz der Quelle gegen Verunreinigungen.
  2. Anweisungen für die physikalischen, chemischen und physikalisch-chemischen Untersuchungen.
    Bei diesen Untersuchungen müssen insbesondere bestimmt werden:
    1. die Schüttung der Quelle
    2. die Temperatur des Wassers beim Quellaustritt und die Temperatur der Umgebung
    3. die Beziehung zwischen der Art des Geländes und der Art und dem Typ des Mineralgehaltes
    4. die Trockenrückstände bei 180 °C und 260 °C
    5. die Leitfähigkeit oder der elektrische Widerstand, wobei die Messtemperatur anzugeben ist
    6. die Wasserstoffionen-Konzentration (pH)
    7. die Anionen und Kationen
    8. die nicht-ionisierten Elemente
    9. die Spurenelemente
    10. die Radioaktivität beim Quellaustritt
    11. gegebenenfalls die Verhältniszahlen der Bestandteile des Wassers nach Isotopen: Sauerstoff (16O-18O) und Wasserstoff (Proton, Deuterium, Tritium)
    12. die Toxizität der Bestandteile ist zu berücksichtigen.
  3. Anweisungen für die klinischen und pharmakologischen Untersuchungen:
    Die Art der Untersuchungen, die nach wissenschaftlich anerkannten Verfahren vorzunehmen sind, muss den besonderen Eigenschaften des natürlichen Mineralwassers und seinen Wirkungen auf den menschlichen Organismus, z. B. Diurese, Magen- und Darmfunktion, Ausgleich von Mineralstoffmangel, entsprechen. Die Feststellung, dass eine große Anzahl klinischer Beobachtungen beständige und übereinstimmende Ergebnisse zeigt, kann gegebenenfalls anstelle der oben angeführten Untersuchungen anerkannt werden.
    In geeigneten Fällen können klinische Untersuchungen anerkannt werden, sofern sich mit einer großen Anzahl beständiger und übereinstimmender Beobachtungen die gleichen Ergebnisse erzielen lassen, wie durch eigene Untersuchungen.

Untersuchung durch die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungs-sicherheit GmbH (AGES), die Untersuchungsstellen der Länder gemäß § 72 Lebensmittelsicherheits- und Verbraucherschutzgesetz (LMSVG) oder gemäß § 73 LMSVG hierzu berechtigten Personen.

Vollkontrollen
alle 10 Jahre
laufende Kontrollen
pro Jahr
Erweiterte Kontrollen
pro Jahr
1 4 1

Anzahl der Proben[24]

  1. Laufende Kontrollen umfassen zumindest Sinnenbefund, Prüfungen auf pH-Wert, Leitfähigkeit, sowie mikrobiologische Untersuchungen im Umfang des Abs. 5, die innerhalb von 12 Stunden nach der Abfüllung vorgenommen werden. Die Ziehung der dafür erforderlichen Proben kann durch den Betrieb erfolgen, der dazu ein Probennahmeprotokoll erstellt, das mindestens Angaben über: das Abfülldatum, Abnahmezeit, Probenzieherin/Probenzieher und die Unterschrift der Probenzieherin/des Probenziehers enthält.
  2. Erweiterte Kontrollen beinhalten physikalisch-chemische, chemische und mi-krobiologische Untersuchungen zur Kontrolle der wesentlichen Bestandteile des Wassers und jener Parameter, die einen Rückschluss auf unzulässige Veränderungen bzw. Beeinflussungen des Wassers zulassen, dies bezieht sich auch auf anthropogene Ursachen bzw. toxisch wirkende Substanzen.
  3. Vollkontrollen beinhalten Überprüfungen der Wässer in vollem Umfang des Anhang 1 des gegenständlichen Kapitels und der mikrobiologischen Parameter der Quelle. Sie erfolgt zumindest alle 10 Jahre.

Darüber hinausgehende, erforderliche, regelmäßige Kontrollen werden durch Eigenkontrollen abgedeckt, die im Sinne der HACCP-Regeln gemäß der EU-Lebensmittelhygieneverordnung[25] nachvollziehbar dokumentiert sind.

[24] 1 Probe besteht aus mindestens 10 Einheiten (Bezugsmenge 1 Liter) bei abgefüllten Wässern, sowie 2 Einheiten (Bezugsmenge 1 Liter) für chemische Untersuchungen.

[25] Verordnung (EG) Nr. 852/2004 über Lebensmittelhygiene.

  Grenzwerte mg/l Berechnet als
1.         Aluminium                 0,2 Al
2.         Ammonium                 0,5 NH4
3.         Antimon                 0,005 Sb
4.         Arsen                 0,01 As
5.         Barium                 1 Ba
6.         Blei                 0,01 Pb
7.         Bor                 1,0 B
8.         Cadmium                 0,005 Cd
9.         Chrom                 0,05 Cr
10.     Cyanid                 0,07 CN
11.     Fluorid                 5 F
12.     Kupfer                 2 Cu
13.     Mangan                 0,4 Mn
14.     Nickel                 0,02 Ni
15.     Nitrat                 30 NO3
16.     Nitrit                 0,1 NO2
wenn hydrogeologisch bedingt bis                 0,2 NO2
17.     Organische (oxidierbare) Inhaltsstoffe                 5 O2
18.     Phenole[26]                 0,005 C6H5OH
19.     Quecksilber                 0,001 Hg
20.     Schwefelwasserstoff                 0,05 H2S
21.     Selen                 0,01 Se
22.     Uran                 0,015 U
23.     Zink                 5 Zn
24.     Oberflächenakt. Substanzen beschränkt auf solche Substanzen, die mit Methylenblau reagieren                 0,2 TBS
25.     Pestizide[14]                 0,0001 (0,1 µg/l) Je nachweisbarem Pestizid
26.     Radioaktivität Es gilt die Regelung des Codexkapitels B 1 „Trinkwasser“  

[14] Untersuchungen im Umfang der Verordnung über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch (Trinkwasserverordnung), BGBl. II Nr. 304/2001 idgF, Aktionswerte für relevante Metaboliten von Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffen in Wasser für den menschlichen Gebrauch idgF.

[26] Der Grenzwert von 0,005 mg/l gilt als eingehalten, wenn Phenol nach Umwandlung zur Chlorphenol sensorisch nicht wahrnehmbar ist.

  1. Die German WaterCooler Association e.V. (GWCA) hat die „Leitlinien für Gute Hygiene-Praxis für freistehende Wasserspender“ (Stand: Finale Fassung Juli 2017 www.htss-lev.de/indes_htm_files/Leitlinie%20Hygienepraxis%20GBWA.pdf) herausgegeben. Den Aufstellern von freistehenden Wasserspendern wird empfohlen, die in den „Leitlinien für Gute Hygiene-Praxis für freistehende Wasserspender“ beschriebenen Hygieneanforderungen unbedingt einzuhalten.
  2. Die Leitlinie beschreibt die branchenspezifischen Anforderungen einer Guten Hygiene-Praxis (GHP) an das Wasser, an die Hygiene der Wasserbehälter, einschließlich der Reinigung, Desinfektion und Inspektion der Behälter, sowie an die Reinigung und Desinfektion der Wasserspender. Ein weiteres Kapitel beschäftigt sich mit dem Service und der hygienischen Wartung der Wasserspender. Je nach Gerätetyp ist mindestens viermal jährlich eine Hygiene-Wartung durchzuführen, wobei abwechselnd eine hygienische Instandhaltung und komplette Reinigung und Desinfektion erfolgen sollen.
  3. Die Standzeit eines an die Zapfvorrichtung angeschlossenen Behälters wird auf zwei bis drei Wochen begrenzt.
  4. Jedem Behälterwechsel gehen Hygienemaßnahmen am Wasserspender voraus. Diese sind: Reinigung der Abtropfschale; Entfernen erkennbarer Verschmutzungen; Reinigung und Desinfektion des Wasserwächters (der Bereich auf dem der neue Behälter aufgesetzt wird), gegebenenfalls des Verschlusses des vollen Behälters, aller Teile des Wasserspenders, die mit dem Wasser in dauerhaftem Kontakt stehen, einschließlich der Entnahmevorrichtung. Ein Höchstmaß an Hygiene wird eingehalten. Reinigungs- und Desinfektionsmittelrückstände sind im Wasser nicht enthalten.

Anzahl der Einzelflaschen mit Nachweis von Mikroorganismen gemäß Abs. 1.2.1.2, Abs. 2.2.5.2, Abs. 3.2.4.2 und Abs. 4.2.1.1

Überschreitungen in Einzelproben (Flaschen)
1 und 2 von 10 3 und mehr von 10 3 und mehr von 10
bis inclusive 20 % > 30 % Massives Auftreten von Bakterien gemäß Abs. 1.2.1.2 Abschnitt 1 oder entsprechend den anderen o.a. Abschnitten
Ergreifen von Maßnahmen Nicht sicher – für den menschlichen Verzehr ungeeignet Nicht sicher – gesundheitsschädlich

Anmerkung:

Aufgrund der Art und des Umfangs der mikrobiologischen Routineuntersuchung (Nachweis von Mikroorganismen gemäß Abs. 1.2.1.2, Abs. 2.2.5.2, Abs. 3.2.4.2 und Abs. 4.2.1.1) ist es nur bedingt möglich auf eine Gesundheitsschädlichkeit zu schließen.

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