2.6 Österreichische Qualitätsbrände

Zusätzlich zu den im Folgenden festgelegten spezifischen Anforderungen, erfüllen Brände mit der hervorhebenden Bezeichnung „Österreichischer Qualitäts-“ oder „Österreichischer Qualitäts-Edel-“ insbesondere die allgemeinen Anforderungen gem. Abschnitt 2.1.1.

Unterkategorien

Zusätzlich zum Verbot jeglichen Zusatzes süßender Erzeugnisse und abweichend von den für die Kategorie 6 in Anhang I der Verordnung (EU) 2019/787 festgelegten grundlegenden Anforderungen, wird „Österreichischer Qualitätstresterbrand“ ohne Zusatz von Trub erzeugt. 

Abgesehen von dem Verbot jeglichen Zusatzes süßender Erzeugnisse, entspricht „Österreichischer Qualitäts-Obsttresterbrand“ den grundlegenden Anforderungen an „Brand aus Obsttrester“ (Kategorie 7, Anhang I der Verordnung (EU) 2019/787).

Mit Art. 10 Abs. 2 gilt die in Österreich seit jeher handelsübliche Bezeichnung „Brand aus ... trester“ mit Voranstellen der Bezeichnung der verwendeten Obstart (vor „-trester“) als eigenständige rechtlich vorgeschriebene Bezeichnung - gleichberechtigt zur Bezeichnung „ tresterbrand“ unter Voranstellen der Bezeichnung der verwendeten Frucht.

Werden unterschiedliche Obstarten verarbeitet, lautet die rechtlich vorgeschriebene Bezeichnung „Obsttresterbrand“ und kann durch den Namen jeder Obstart in absteigender Reihenfolge der verwendeten Mengen ergänzt werden93. Als Zusatzbezeichnung möglich ist auch die in Österreich gebräuchlichere Bezeichnung „Brand aus …“ unter Voranstellen der Bezeichnung jeder Obstart in absteigender Reihenfolge der verwendeten Mengen (vor „ trester“).

Beispielhaft zulässige Bezeichnungen für Österreichischen Qualitäts-Obsttresterbrand aus unterschiedlichen Obstarten sind demnach:

  • Österreichischer Qualitäts-„Obsttresterbrand, Apfel, Birne, Zwetschke“, oder
  • Österreichischer Qualitäts-„Obsttresterbrand“ mit Zusatzbezeichnung „Brand aus Apfel-, Birnen- und Zwetschkentrester.

 


93 Verordnung (EU) 2019/787, Anhang I. Kat.Kategorie 7, lit. g

Abgesehen vom Verbot jeglichen Zusatzes süßender Erzeugnisse, wird „Österreichischer Qualitäts-Zwetschkenbrand“ entsprechend den grundlegenden Anforderungen an „Steinobstbrand“ (Kategorie 9, Anhang I der Verordnung (EU) 2019/787) hergestellt und erfüllt darüber hinaus die chemisch-analytischen Anforderungen gem. Abs. 2.6.3.2.

Alkoholgehalt mindestens 38,0 % vol
Titrierbare Säure, als Essigsäure berechnet höchstens 350 g/hl r. A.
Flüchtige Ester94 („Gesamtester“), als Ethylacetat berechnet 125 bis 700 g/hl r. A.
Ethylacetat94 höchstens 630 g/hl r. A.
(Gesamtester minus Ethylacetat/Gesamtester) x 100 mindestens 10
Gesamtester minus Ethylacetat mindestens 30 g/hl r. A.
Methanol 95 96 400 bis 1 200 g/hl r. A.
Höhere Alkohole (iC4 + iC5)* mindestens 100 g/hl r. A.
Fuselalkohole 97 (nC3 + iC4 + iC5)* 150 bis 1 500 g/hl r. A.
Gesamtester/Höhere Alkohole höchstens 5,0
Asche 98 höchstens 0,20 g/l (auf Ware berechnet)
Furfurolreaktion deutlich positiv
Zusätze von Abrundungsmitteln (z. B. Sorbit, Glycerin, Fruchtsäfte, Fruchtextrakte) nicht nachweisbar
Benzaldehyd höchstens 6,5 g/hl r. A.

* nC3 = 1-Propanol; iC4 = 2-Methyl-1-propanol (iso-Butanol); iC5 = Summe von 2-Methyl-1-butanol und 3‑Methyl-1-butanol (iso-Amylalkohole)

 


94Der Höchstwert kann überschritten werden, wenn der Wert „(Gesamtester minus Ethylacetat/Gesamtester) x 100“ über 10 liegt und die Konzentrationen an höheren Alkoholen (iC4 + iC5) bzw. (nC3 + iC4 + iC5) sowie an Methanol die diesbezüglichen Mindestwerte um mehr als 50 % (relativ) überschreiten.

95Der Mindestwert kann bei Erhitzung der Maische vor der Vergärung unterschritten werden.

96Die alleinige Überschreitung des Methanol-Grenzwerts begründet keine Verfälschung und stellt, sofern nicht Gesundheitsschädlichkeit vorliegt, einen Verstoß gegen die Verordnung (EU) 2019/787 dar.

97Der Gehalt an Fuselalkoholen kann den Höchstwert von 1 500 g/hl r. A. überschreiten, wenn die Gehalte für Gesamtester und höhere Alkohole (iC4 + iC5) um mehr als 50 % (relativ) über den angegebenen Mindestwerten liegen.

98Der Aschgehalt kann bis auf 0,50 g/l (auf Ware berechnet) ansteigen, wenn dies durch eine Lagerung des Produktes in Behältnissen aus Holz erklärbar ist.

Abgesehen vom Verbot jeglichen Zusatzes süßender Erzeugnisse wird „Österreichischer Qualitäts-Kirschbrand“ entsprechend den grundlegenden Anforderungen an „Steinobstbrand“ (Kategorie 9, Anhang I der Verordnung (EU) 2019/787) hergestellt und erfüllt darüber hinaus die chemisch-analytischen Anforderungen gem. Abs. 2.6.4.2.

Alkoholgehalt mindestens 38,0 % vol
Titrierbare Säure (als Essigsäure berechnet) höchstens 350 g/hl r. A.
Flüchtige Ester 99(„Gesamtester“),
als Ethylacetat berechnet
100 bis 700 g/hl r. A.
Ethylacetat99 höchstens 560 g/hl r. A.
(Gesamtester minus Ethylacetat/Gesamtester) x 100100 mindestens 20
Gesamtester minus Ethylacetat mindestens 20 g/hl r. A.
Methanol 101 102 400 bis 1 000 g/hl r. A.
Höhere Alkohole (iC4 + iC5)* mindestens 85 g/hl r. A.
1-Propanol 103 (nC3)* höchstens 3000 g/hl r. A.
Gesamtester/Höhere Alkohole höchstens 6,0
Asche 104 höchstens 0,20 g/l (auf Ware berechnet)
Furfurolreaktion deutlich positiv
Zusätze von Abrundungsmitteln (z. B. Sorbit, Glycerin, Fruchtsäfte, Fruchtextrakte) nicht nachweisbar
Benzaldehyd höchstens 6,5 g/hl r. A.
 

 


99 Der Höchstwert kann überschritten werden, wenn der Wert „(Gesamtester minus Ethylacetat/Gesamtester) x 100“ über 10 liegt und die Konzentrationen an höheren Alkoholen (iC4 + iC5) bzw. (nC3 + iC4 + iC5) sowie an Methanol die diesbezüglichen Mindestwerte um mehr als 50 % (relativ) überschreiten.

100 Der Wert kann bis auf 10 zurückgehen, wenn die Konzentration an Milchsäureethylester unter 50 mg/100 ml r. A. liegt.

101 Der Mindestwert kann bei Erhitzung der Maische vor der Vergärung unterschritten werden.

102 Die alleinige Überschreitung des Methanol-Grenzwerts begründet keine Verfälschung und stellt, sofern nicht Gesundheitsschädlichkeit vorliegt, einen Verstoß gegen die Verordnung (EU) 2019/787 dar.

103 Die alleinige Überschreitung dieses Grenzwertes liefert keinen hinreichenden Grund für eine Beanstandung des Produktes, sofern nicht auch andere Untersuchungsergebnisse auf die Mitverwendung eines mikrobiell nachteilig beeinflussten Ausgangsmaterials hinweisen.

104 Der Aschgehalt kann bis auf 0,50 g/l (auf Ware berechnet) ansteigen, wenn dies durch eine Lagerung des Produktes in Behältnissen aus Holz erklärbar ist.

Abgesehen vom Verbot jeglichen Zusatzes süßender Erzeugnisse wird „Österreichischer Qualitäts-Marillenbrand“ wird entsprechend den grundlegenden Anforderungen an „Steinobstbrand“ (Kategorie 9, Anhang I der Verordnung (EU) 2019/787) hergestellt und erfüllt darüber hinaus die chemisch-analytischen Anforderungen gem. Abs. 2.6.5.2.

Alkoholgehalt mindestens 38,0 % vol
Titrierbare Säure (als Essigsäure berechnet) höchstens 350 g/hl r. A.
Flüchtige Ester105 („Gesamtester“),
als Ethylacetat berechnet
125 bis 700 g/hl r. A.
Ethylacetat105 höchstens 630 g/hl r. A.
(Gesamtester minus Ethylacetat/Gesamtester) x 100 mindestens 10
Gesamtester minus Ethylacetat mindestens 30 g/hl r. A.
Methanol 106 107 400 bis 1200 g/hl r. A.
Höhere Alkohole (iC4 + iC5)* mindestens 100 g/hl r. A.
Fuselalkohole 108 (nC3 + iC4 + iC5)* 150 bis 1 500 g/hl r. A.
Gesamtester/Höhere Alkohole höchstens 5,0
Asche 109 höchstens 5 g/l (auf Ware berechnet)
Furfurolreaktion deutlich positiv
Zusätze von Abrundungsmitteln (z. B. Sorbit, Glycerin, Fruchtsäfte, Fruchtextrakte) nicht nachweisbar
Benzaldehyd höchstens 6,5 g/hl r. A.

*nC3 = 1-Propanol; iC4 = 2-Methyl-1-propanol (iso-Butanol); iC5 = Summe von 2-Methyl-1-butanol und 3‑Methyl-1-butanol (iso-Amylalkohole)

 

 


105Der Höchstwert kann überschritten werden, wenn der Wert „(Gesamtester minus Ethylacetat/Gesamtester) x 100“ über 10 liegt und die Konzentrationen an höheren Alkoholen (iC4 + iC5) bzw. (nC3 + iC4 + iC5) sowie an Methanol die diesbezüglichen Mindestwerte um mehr als 50 % (relativ) überschreiten.

106Der Mindestwert kann bei Erhitzung der Maische vor der Vergärung unterschritten werden.

107Die alleinige Überschreitung des Methanol-Grenzwerts begründet keine Verfälschung und stellt, sofern nicht Gesundheitsschädlichkeit vorliegt, einen Verstoß gegen die Verordnung (EU) 2019/787 dar.

108Der Gehalt an Fuselalkoholen kann den Höchstwert von 1 500 g/hl r. A. überschreiten, wenn die Gehalte für Gesamtester und höhere Alkohole (iC4 + iC5) um mehr als 50 % (relativ) über den angegebenen Mindestwerten liegen.

109Der Aschgehalt kann bis auf 0,50 g/l (auf Ware berechnet) ansteigen, wenn dies durch eine Lagerung des Produktes in Behältnissen aus Holz erklärbar ist.

Sonstiger „österreichischer Qualitätssteinobstbrand“ aus z. B. Mirabellen, Pfirsichen, Dirndln entspricht sinngemäß den vorgenannten Produkten (Abs. 2.6.3 bis 2.6.5).

Abgesehen vom Verbot jeglichen Zusatzes süßender Erzeugnisse wird „Österreichischer Qualitäts-Kernobstbrand“ entsprechend den grundlegenden Anforderungen an „Kernobstbrand“ (Kategorie 9, Anhang I der Verordnung (EU) 2019/787) hergestellt und erfüllt darüber hinaus die chemisch-analytischen Anforderungen gem. Abs. 2.6.7.2.

Alkoholgehalt mindestens 38,0 % vol
Titrierbare Säure (als Essigsäure berechnet) höchstens 350 g/hl r. A.
Flüchtige Ester 110(„Gesamtester“),
als Ethylacetat berechnet
100 bis 700 g/hl r. A.
Ethylacetat110 höchstens 630 g/hl r. A.
(Gesamtester minus Ethylacetat/Gesamtester) x 100 mindestens 10
Gesamtester minus Ethylacetat mindestens 20 g/hl r. A.
Methanol 111 112 400 g/hl r. A. bis Grenzwert gemäß Verordnung (EU) 2019/787 für bestimmte Kernobstarten
Höhere Alkohole 113(iC4 + iC5)* mindestens 200 g/hl r. A.
Gesamtester/Höhere Alkohole höchstens 5,0
Asche 114 höchstens 0,20 g/l (auf Ware berechnet)
Zusätze von Abrundungsmitteln (z. B. Sorbit, Glycerin, Fruchtsäfte, Fruchtextrakte) nicht nachweisbar

* iC4 = 2-Methyl-1-propanol (iso-Butanol); iC5 = Summe von 2-Methyl-1-butanol und 3 Methyl-1-butanol (iso Amylalkohole)

 


110Der Mindestwert kann unterschritten werden, wenn der Wert „(Gesamtester minus Ethylacetat/Gesamtester) x 100“ über 30 liegt.

111Der Mindestwert kann bei Erhitzung der Maische vor der Vergärung unterschritten werden.

112Die alleinige Überschreitung des Methanol-Grenzwerts begründet keine Verfälschung und stellt, sofern nicht Gesundheitsschädlichkeit vorliegt, einen Verstoß gegen die Verordnung (EU) 2019/787 dar.

113Bei sortenreinen Produkten aus Birnen kann der Mindestwert bis auf 120 mg/100 ml r. A. zurückgehen.

114Der Aschgehalt kann bis auf 0,50 g/l (auf Ware berechnet) ansteigen, wenn dies durch eine Lagerung des Produktes in Behältnissen aus Holz erklärbar ist.

Abgesehen vom Verbot jeglichen Zusatzes süßender Erzeugnisse, wird „Österreichischer Qualitäts- Bierbrand“ entsprechend den grundlegenden Anforderungen an „Bierbrand“ (Kategorie 13, Anhang I der Verordnung (EU) 2019/787) hergestellt und erfüllt darüber hinaus die chemisch-analytischen Anforderungen gem. Abs. 2.6.8.3.

Die rechtlich vorgeschriebene Bezeichnung „Bierbrand“ wird durch die verkehrsübliche Bezeichnung „Qualitäts-“ ergänzt. Zusätzlich kann die Biersorte in der Bezeichnung angeführt werden (z. B. Österreichischer Qualitätsbockbierbrand).

Flüchtige Ester („Gesamtester“) als Ethylacetat berechnet mindestens 50 g/hl r. A.
Ethylacetat höchstens 50 g/hl r. A.
Gesamtester minus Ethylacetat/Gesamtester x 100 mindestens 20
Gesamtester minus Ethylacetat mindestens 15 g/hl r. A.
Methanol höchstens 120 g/hl r. A.
Höhere Alkohole (iC4 + iC5)* mindestens 130 g/hl r. A.
Gesamtester/Fuselalkohole (nC3+iC4+iC5)* höchstens 0,5

* nC3 = 1-Propanol; iC4 = 2-Methyl-1-propanol (iso-Butanol); iC5 = Summe von 2-Methyl-1-butanol und 3‑Methyl-1-butanol (iso Amylalkohole)

 

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