B 1 Trinkwasser

b1 trinkwasserVeröffentlicht mit Geschäftszahl:

BMGFJ-75210/0009-IV/B/7/2007 vom 15.6.2007

Änderungen, Ergänzungen:

BMG-75210/0002-II/B/13/2011 vom 12.5.2011
BMG-75210/0006-II/B/13/2011 vom 16.8.2011
BMG-75210/0021-II/B/13/2012 vom 13.2.2013
BMG-75210/0012-II/B/13/2013 vom 2.8.2013
BMG-75210/0021-II/B/13/2014 vom 26.3.2014
BMG-75210/0021-II/B/13/2014 vom 14.7.2014
BMG-75210/0021-II/B/13/2014 vom 28.1.2016
BMGF-75210/0005-II/B/13/2017 vom 28.2.2017
BMASGK-75210/0004-IX/B/13/2019 vom 05.07.2019

 

Unterkategorien

Die Untersuchung und Begutachtung von Wasser für den menschlichen Gebrauch (Trinkwasser) darf gemäß TWV nur von berechtigten Stellen oder Personen wie der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH (AGES), den Untersuchungsanstalten der Länder (§ 72 LMSVG) oder von einer gemäß § 73 LMSVG hiezu berechtigten Person durchgeführt werden. Diese müssen über ein Labor verfügen, das gemäß § 9 Akkreditierungsgesetz – AkkG, BGBl. Nr. 468/1992 idgF, als Prüf- und Inspektionsstelle für den Bereich Trinkwasser akkreditiert ist.

Die Berechtigten haben im Rahmen der Inspektion einer WVA

  • einen Lokalaugenschein durchzuführen. Dieser ist je nach Erfordernis umfassend oder in eingeschränktem Ausmaß vorzunehmen (Teile der Wasserversorgungsanlage),
  • Proben zu entnehmen und falls erforderlich Messungen vor Ort durchzuführen,
  • das Wasser gemäß den Anforderungen der TWV zu untersuchen,
  • zusätzliche Parameter zu untersuchen, wenn dies aufgrund eines fachlich begründeten Verdachtes für die Beurteilung notwendig ist und
  • unter Einbeziehung aller erhobenen Fakten eine Begutachtung auf Basis der TWV, des LMSVG und dieses Kapitels vorzunehmen (Inspektionsbericht). Liegen aufgrund des Probenplans nur die Ergebnisse einer Routinemäßigen Kontrolle vor, kann das Ergebnis von umfassenden Kontrollen - die in engem zeitlichem Zusammenhang zu dieser Probe durchgeführt wurden - zur Beurteilung herangezogen werden.

Im Gutachten wird festgestellt, ob das Wasser folgenden Anforderungen entspricht:

  • LMSVG (insbesondere § 5 Abs. 5), sofern ein Inverkehrbringen gemäß LMSVG vorliegt
  • TWV (insbesondere ob es geeignet ist, ohne Gefährdung der menschlichen Gesundheit getrunken oder verwendet zu werden) und
  • diesem Kapitel

Bei Beanstandungen sind im Gutachten der Beanstandungsgrund, eventuelle Nutzungseinschränkungen und zusätzlich notwendige Kontrollen anzuführen. Gegebenenfalls werden Maßnahmen zur Behebung von Mängeln vorgeschlagen.

Führt der Lokalaugenschein der Wasserversorgungsanlage zu keinen Beanstandungen und sind die Anforderungen der TWV sowie dieses Kapitels eingehalten, so ist im Gutachten festzuhalten, dass das Wasser im Rahmen des durchgeführten Untersuchungsumfangs den geltenden lebensmittelrechtlichen Vorschriften entspricht.

Darüber hinaus kann im Gutachten zusätzlich auch die Wortfolge "zur Verwendung als Trinkwasser geeignet" angeführt werden.

Mögliche Beanstandungen:

  • Nicht sicher – gesundheitsschädlich, den Anforderungen des § 3 Abs. 1 Z. 1 der TWV nicht entsprechend
  • Nicht sicher - für den menschlichen Verzehr ungeeignet, den Anforderungen des § 3 Abs. 1 Z. 2 1. Satz der TWV nicht entsprechend
  • Beanstandungen aufgrund von Indikatorparameterwerten und der Radioaktivität Beanstandungen aufgrund des Lokalaugenscheins Beanstandungen aufgrund von zusätzlichen Kriterien, die wegen eines fachlich begründeten Verdachtes untersucht werden

Bei der Beurteilung der Untersuchungsergebnisse sind die in der TWV angeführten Verfahrenskennwerte einzubeziehen und die Beurteilungstoleranz zu berücksichtigen (siehe Anhang 1 dieses Kapitels).

Die Codexkommission kann - nötigenfalls nach Vorliegen entsprechender Sachverständigengutachten - feststellen, wie ein in diesem Kapitel nicht genannter Inhaltsstoff bzw. ein Kontaminant zu bewerten ist.

Begriffsbestimmungen im Sinne dieses Kapitels

Untersuchungshäufigkeit: Anzahl der Probenahmen bzw. der Proben pro Jahr von Wasser, das aus einem Verteilungsnetz oder einem Tankfahrzeug bereitgestellt oder in einem Lebensmittelbetrieb verwendet wird.

Untersuchungsumfang: die zu analysierenden Parameter, die in Routinemäßige Kontrollen und Umfassende Kontrollen (Volluntersuchung) gegliedert sind.

Probenahmestellen: örtlich festgelegte, über das Verteilungsnetz verteilte bzw. zur Stufenkontrolle festgesetzte Entnahmepunkte.

Die Anzahl der Proben ist über das Jahr gleichmäßig zu verteilen. Die Frequenz ist für jede Wasserversorgungsanlage individuell festzulegen, folgende Frequenzen können zur Orientierung herangezogen werden:

Menge des abgegebenen Wassers in m³ pro Tag Versorgte Bevölkerung Frequenz der Probenahme
≤ 10 ≤ 50 1 mal pro Jahr
≤ 100 ≤ 500 1 mal pro Jahr
> 100 ≤ 1 000 > 500 ≤ 5 000 2 mal pro Jahr
> 1 000 ≤ 2 000 > 5000 ≤ 10 000 2 mal pro Jahr
> 2000 ≤ 10 000 > 10 000 ≤ 50 000 4 mal pro Jahr
> 10 000 ≤ 30 000 > 50 000 ≤ 150 000 6 mal pro Jahr
> 30 000 ≤ 60 000 > 150 000 ≤ 300 000 12 mal pro Jahr
≥ 60 000 ≤ 100 000 ≥ 300 000 ≤ 500 000 24 mal pro Jahr
> 100 000 > 500 000 48 mal pro Jahr

Sofern Aufbereitungs- und Desinfektionsanlagen überprüft werden, sind zur Funktionsprüfung vor und nach der jeweiligen Anlage Proben zu entnehmen und zu untersuchen (siehe Abschnitte 4 und 5).

Zur weiteren Sicherstellung der Trinkwasserqualität werden für folgende Stoffe Indikatorparameterwerte festgelegt:

Die nachstehenden Verfahrensgrundsätze für mikrobiologische Parameter haben, sofern ein CEN/ISO-Verfahren angegeben ist, Referenzfunktion. Wird ein anderes als das angegebene Verfahren eingesetzt, ist entsprechend der ÖNORM EN ISO 17994 nachzuweisen, dass das eingesetzte Verfahren vergleichbare Ergebnisse zum Referenzverfahren liefert. Außerdem ist eine Validierung des Verfahrens nach Vornorm ÖNORM ENV ISO 13843 erforderlich. Eine lediglich erfolgreiche Teilnahme an Ringversuchen ist für eine Validierung nicht ausreichend.

  • Coliforme Bakterien und Escherichia coli (E. coli) (ÖNORM ISO 9308-1)
  • Enterokokken (ÖNORM ISO 7899-2)
  • Pseudomonas aeruginosa (ÖNORM EN ISO 16266)
  • Bestimmung kultivierbarer Mikroorganismen - Koloniezahl bei 22°C (ÖNORM EN ISO 6222)
  • Bestimmung kultivierbarer Mikroorganismen - Koloniezahl bei 37°C (ÖNORM EN ISO 6222)
  • Clostridium perfringens (einschließlich Sporen)
  • Membranfiltration, dann anaerobe Bebrütung der Membran auf m-CP-Agar (siehe Anmerkung 1) bei 44 +- 1°C über 21 +- 3 Stunden. Auszählen aller dunkelgelben Kolonien, die nach einer Bedampfung mit Ammoniumhydroxid über eine Dauer von 20 bis 30 Sekunden rosafarben oder rot werden.

Anmerkung 1: Zusammensetzung des m-CP-Agar: Basismedium

Tryptose  30 g
Hefeextrakt  20 g
Saccharose    5 g
L-Cysteinhydrochlorid 1 g
MgSO4 •7H2 0,1 g
Bromkresolpurpur 40 mg
Agar 15 g
Wasser  1 000 ml

Die Bestandteile des Basismediums auflösen und einen pH-Wert von 7,6 einstellen. Autoklavieren bei 121°C für eine Dauer von 15 Minuten. Abkühlen lassen und Folgendes hinzufügen:

D-Cycloserin 400 mg
Polymyxin-B-Sulfat   25 mg
Indoxyl-Beta-D-Glukosid aufgelöst in 8 ml sterilem Wasser 60 mg
Filter-sterilisierte 0,5%ige Phenolphtalein-Diphosphat-Lösung    20 ml
Filter-sterilisierte 4,5%ige Lösung von FeC3•6 H2O        2 ml

Anmerkung 2: Alternativ kann das in folgender internationalen Norm festgelegte Verfahren eingesetzt werden: ISO 14189:2013-11 Water quality – Enumeration of Clostridium perfringens – Method using membrane filtration

  • Färbung
  • Geruch
  • Geschmack
  • Organisch gebundener Kohlenstoff
  • Trübung (Anmerkung 1)

Anmerkung 1: Für die Kontrolle der Trübung von aufbereitetem Oberflächenwasser sollen die spezifizierten Verfahrenskennwerte gewährleisten, dass das angewandte Analyseverfahren mindestens geeignet ist, dem Parameterwert entsprechende Konzentrationen mit einer Richtigkeit von 25 %, einer Präzision von 25 % und einer Nachweisgrenze von 25 % zu messen.

Bei sensorisch erkennbaren Veränderungen des Wassers (Färbung, Trübung, Geruch, Geschmack) mit Verdacht auf biologische Ursachen ist eine mikroskopische Überprüfung zweckmäßig.

Zur mikroskopischen Überprüfung des Wassers ist ein Anreicherungsverfahren (z.B. Absetzen, Filtration, Zentrifugation) erforderlich. Die verwendete Methode einschließlich des untersuchten Wasservolumens ist anzuführen.

Weiters können Ergebnisse der mikroskopischen Untersuchung von Sedimenten aus Speichern und Verteilungsnetz ebenfalls zur Beurteilung herangezogen werden.

Trinkwasser darf bei mikroskopischer Prüfung Bakterien, Algen, Pilze, Protozoen, Metazoen und deren Teile nur vereinzelt aufweisen.

Bei Auftreten von Feststoffen im Wasser beim Abnehmer bzw. Verbraucher kann die mikroskopische Prüfung Hilfestellung bei der Ursachensuche geben.

  • Hygienisch einwandfreies Wasser:
    Wasser im Sinne der TWV
  • Übergabestelle des Wasserversorgungsunternehmens:
    in den einzelnen Wasserleitungsordnungen und Lieferbedingungen festgelegte Stelle der Übergabe des Wassers an den Abnehmer bzw. Verbraucher (in der Regel Wasserzähler)
  • Kapazität:
    mengen- oder zeitbezogene Leistungsfähigkeit des Gerätes hinsichtlich des gewünschten Aufbereitungseffektes bei bestimmungsgemäßer Verwendung

Der Nachweis, dass die Anforderungen gemäß Punkt 1.5.1 und 1.5.2 erfüllt werden, erfolgt durch ein Gutachten, welches von einer berechtigten Stelle oder Personen wie der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH (AGES), den Untersuchungsanstalten der Länder gemäß § 72 LMSVG) oder von einer gemäß § 73 LMSVG hiezu berechtigten Person durchgeführt wurde.

Das Gutachten hat jedenfalls eine Beschreibung des Gerätes und der eingesetzten Aufbereitungsschritte zu enthalten. Es müssen die verwendeten Materialien und Ge-genstände sowie die Wirkung, allfällige Nebenwirkungen und die Gerätekapazität auf Grund praktischer Versuche beschrieben und beurteilt werden. Die lebensmittelrechtliche Eignung bzw. Nichteignung bei Abgrenzung des bestimmungs- und ordnungsgemäßen Gebrauchs muss klar erkennbar sein.

Der Befund enthält auch die Angaben des Herstellers, Importeurs oder Vertreibers betreffend Anwendungszweck und Einsatzbereich, prinzipielle Wirkungsweise, Aufbereitungsleistung und Gebrauchsanweisung einschließlich Wartungsvorschriften für das Gerät.

Der Nachweis, dass die Anforderungen gemäß Punkt 1.5.1 erfüllt sind, enthält jedenfalls eine Feststellung über die Zulässigkeit der verwendeten Materialien und Gegenstände einschließlich allfälliger Restmonomergehalte. sowie eine Prüfung der eingesetzten Materialien bezüglich ihrer Eignung im Trinkwasserbereich (z.B. ÖNORMEN).

Wirkung, Nebenwirkungen und Kapazität sind im Vergleich zu den Angaben des Herstellers, Importeurs oder Vertreibers im Rahmen einer möglichst praxisnahen Versuchsanordnung zu prüfen.

Dabei sind folgende Kriterien bei der Versuchsdurchführung einzubeziehen und zu dokumentieren:

Vorbemerkung:

Die Liste der Stoffe zur Aufbereitung von Trinkwasser wurde in Anlehnung an die „Liste der Aufbereitungsstoffe und Desinfektionsverfahren gemäß § 11 Trinkwasserverordnung 2001“ – 18. Änderung (Stand Oktober 2015) des deutschen Umwelt-bundesamtes Berlin erstellt.

Die Liste der Stoffe und Verfahren in Erprobung wurde in Anlehnung an die „Bekanntmachung der Ausnahmegenehmigungen gemäß § 12 Trinkwasserverordnung 2001 (5. Bekanntmachung, Stand: April 2016)“ erstellt.

Erläuterungen zu den Spalten der Liste

Stoffname

Bezeichnung des Stoffes, gemäß den allgemein anerkannten Regeln der Technik.

CAS-Nummer

Chemical Abstracts Service Registry Number – ist eine für jede chemische Substanz einzigartige Identifizierungsnummer.

http://www.cas.org/content/chemical-substances/faqs

CAS Registry Numbers für ca. 7.900 Chemikalien können kostenfrei auf dieser Website eingesehen werden:

http://www.commonchemistry.org/

Eine weitere kostenfreie CAS-Datenbank mit über 400.000 Chemikalien ist:

https://chem.nlm.nih.gov/chemidplus/

EINECS-Nummer

European Inventory of Existing Commercial Chemical Substances

Die Nummern entsprechen den Rechercheergebnissen auf der Internetseite der Europäischen Chemikalienagentur ECHA (http://echa.europa.eu/information-on-chemicals/ec-inventory).

Verwendungszweck

In der Spalte Verwendungszweck ist festgelegt, für welchen Zweck der Aufbereitungsstoff ausschließlich eingesetzt werden darf.

Reinheitsanforderungen

Die Reinheitsanforderungen beziehen sich auf die Zahlenwerte in den Tabellen der entsprechenden ÖNORM EN-Normen, einschließlich der sonstigen Anforderungen der jeweiligen Normen. Wenn ein Produkt in mehreren Reinheitsklassen (Typen) angeboten wird, ist die jeweilige Klasse (Typ) in der Spalte angegeben.

Zulässige Zugabe

Die Angabe der zulässigen Zugabe (Dosierung) in der Liste richtet sich:

  1. nach der sog. 10-%-Regel, bezogen auf die Parameter der Anlage I, Teile B und C der TWV, BGBl. II Nr. 304/2001 idgF, sowie
  2. in Einzelfällen nach den Angaben zur Referenzdosierung in den ÖNORM EN-Normen.
  3. nach Erfahrungswerten der Wasserwerksbetreiber (und Beachtung des Minimierungsgebotes nach Abschnitt 3.13).

Die 10-%-Regel ist eine allgemein anerkannte Übereinkunft der Fachleute auf europäischer Ebene und besagt, dass durch die Anwendung von Aufbereitungsstoffen bei der Aufbereitung von Wasser für den menschlichen Gebrauch die Konzentration eines mit einem Grenzwert versehenen gesundheitsrelevanten Parameters im aufbereitetem Wasser um nicht mehr als 10 % seines Grenzwertes erhöht werden darf. Daher richtet sich z. B. die maximale Dosiermenge eines Aufbereitungsstoffes neben der technisch notwendigen Menge auch nach dessen Gehalt an Verunreinigungen (z. B. Schwermetalle, Monomere, usw.).

Höchstkonzentration nach Aufbereitung

Die Höchstkonzentration nach der Aufbereitung bezieht sich auf den wirksamen Anteil des eingesetzten Aufbereitungsstoffes bzw. auf dessen Reaktionsprodukte. Bei Desinfektionsmitteln werden analog den bisherigen gesetzlichen Anforderungen eine Höchstkonzentration und eine Mindestkonzentration des Desinfektionsmittels angegeben.

Zu beachtende Reaktionsprodukte

In dieser Spalte werden Reaktionsprodukte aufgeführt, für die ein Parameterwert in der TWV angegeben ist. Die Begrenzung für Chlorit ist aus diesem Kapitel übernommen worden.

Bemerkungen

In dieser Spalte wird auf Besonderheiten beim Einsatz der Aufbereitungsstoffe und Desinfektionsverfahren hingewiesen.

Liste der Stoffe zur Aufbereitung von Trinkwasser

Teil A Aufbereitungsstoffe, die als Lösungen oder als Gase eingesetzt werden

Stoffname CAS-Nummer EINECS-Nummer Verwendungszweck Reinheitsanforderungen Zulässige Zugabe Höchstkonzentration nach Abschluss der Aufbereitung *) zu beachtende Reaktionsprodukte Bemerkungen
Aluminiumchlorid 7446-70-0 231-208-1 Flockung, Fällung ÖNORM EN 881 Tab 1: Typ 1 9 mg/l Al Technisch unvermeid­bare und technologisch unwirksame Anteile   Der Indikatorparameterwert für Aluminium ist einzuhalten.
Aluminiumhydroxidchlorid (monomer) 1327-41-9, 14215-15-7 215-477-2, 238-071-7 Flockung, Fällung ÖNORM EN 881 Tab 1: Typ 1 9 mg/l Al Technisch unvermeid­bare und technologisch unwirksame Anteile   Der Indikatorparameterwert für Aluminium ist einzuhalten.
Aluminiumhydroxidchloridsulfat (monomer) 39290-78-3 254-400-7 Flockung, Fällung ÖNORM EN 881 Tab 1: Typ 1 9 mg/l Al Technisch unvermeidbare und technologisch unwirksame Anteile   Der Indikatorparameterwert für Aluminium ist einzuhalten.
Aluminiumsulfat 10043-01-3, 16828-11-8, 7784-31-8, 16828-12-9, 17927-65-0  233-135-0, 605-511-8, 616-524-3, 605-512-3, 605-852-2  Flockung, Fällung ÖNORM EN 878 Tab 5: eisenfrei und Tab 6 Typ 1 9 mg/l Al Technisch unvermeidbare und technologisch unwirksame Anteile   Der Indikatorparameterwert für Aluminium ist einzuhalten.
Aluminiumchlorid 7446-70-0 231-208-1 Flockung, Fällung ÖNORM EN 881 Tab 1: Typ 1 9 mg/l Al Technisch unvermeidbare und technologisch unwirksame Anteile    
Aluminiumhydroxidchlorid 1327-41-9, 14215-15-7 215-477-2, 238-071-7 Flockung, Fällung ÖNORM EN 881 Tab 1: Typ 1 9 mg/l Al Technisch unvermeidbare und technologisch unwirksame Anteile    
Aluminiumhydroxidchloridsulfat (monomer) 39290-78-3 254-400-7 Flockung, Fällung ÖNORM EN 881 Tab 1: Typ 1 9 mg/l Al Technisch unvermeidbare und technologisch unwirksame Anteile    
Aluminiumsulfat 10043-01-3, 16828-11-8, 7784-31-8, 16828-12-9 233-135-0 Flockung, Fällung ÖNORM EN 878 Tab 5: eisenfrei und Tab 6 Typ 1 9 mg/l Al Technisch unvermeidbare und technologisch unwirksame Anteile    
anionische und nichtionische Polyacrylamide z. B. 25085-02-3, 9003-05-8, 9003-04-7 935-141-5 oder z.B. 607-529-1, 618-350-3, 618-349-8, 692-137-3  Flockung ÖNORM EN 1407 max. 250 mg/kg Acrylamid-Monomer. Frei von kationischen Wirkgruppen. 0,5 mg/l Technisch unvermeidbare und technologisch unwirksame Anteile   Grenzwert von monomerem Acrylamid gilt als eingehalten, wenn die zulässige Zugabe von 0,5 mg/l des Produktes nicht überschritten wird.
Calciumchlorid 10043-52-4, 10035-04-8 233-140-8, 600-075-5 Einstellung des Calciumgehaltes; Regeneration von Sorbentien für Nickelabtrennung DIN 19626 Tab.4 200 mg/l CaCl2      
Calciumhydroxid (Weißkalkhydrat) 1305-62-0 215-137-3 Einstellung des pH-Wertes, des Salzgehaltes, des Cal­cium­gehaltes, der Säurekapazität, Regeneration von Sorbentien für Nickelabtrennung  ÖNORM EN 12518 Tab 2 und 3: Typ 1 und Tab 4: Typ A 100 mg/l Ca(OH)2     Bei Fällungsenthärtung max. 350 mg/l Zugabe
Calciumoxid (Weißkalk) 1305-78-8 215-138-9 Einstellung des pH-Wertes, des Salzgehaltes, des Cal­cium-gehaltes, der Säurekapazität ÖNORM EN 12518 Tab 2 und 3: Typ 1 und Tab 4: Typ A 100 mg/l CaO     Bei Fällungsenthärtung max. 350 mg/l Zugabe
Dikaliummonohydrogenphosphat 7758-11-4 231-834-5 Hemmung der Korrosion, biol. Nitratreduktion ÖNORM EN 1202 Tab 1 und 2 2,2 mg/l P      
Dinatriumdihydrogendiphosphat 7758-16-9 231-835-0 Hemmung der Korrosion, biol. Nitratreduktion ÖNORM EN 1205 Tab 1 und 2 2,2 mg/l P      
Dinatriummonohydrogenphosphat 7558-79-4 231-448-7 Hemmung der Korrosion, biol. Nitratreduktion ÖNORM EN 1199 Tab 1 und 2 2,2 mg/l P      
Eisen(II)-sulfat 7720-78-7, 7782-63-0 231-753-5, 616-510-7  Flockung, Fällung ÖNORM EN 889 Tab 1 Klasse 1 und Tab 2 Typ 1 6 mg/l Fe Technisch unvermeidbare und technologisch unwirksame Anteile    
Eisen(III)-chlorid 7705-08-0, 10025-77-1 231-729-4, 600-047-2  Flockung, Fällung ÖNORM EN 888 Tab 2 Klasse 1 und Tab 3 Typ 1 12 mg/l Fe Technisch unvermeidbare und technologisch unwirksame Anteile   Soweit sich durch außergewöhnliche Umstände die Rohwasserbeschaffenheit vorübergehend verändert, kann kurzfristig die maximale Zugabe erhöht werden, wenn sichergestellt ist, dass dies zu keiner vermeidbaren Beeinträchtigung der Gesundheit führt und anders das Aufbereitungsziel nicht erreicht werden kann.
Eisen(III)-chloridsulfat 12410-14-9 235-649-0 Flockung, Fällung ÖNORM EN 891 Tab 1 Klasse 1 und Tab 2 Typ 1 6 mg/l Fe Technisch unvermeidbare und technologisch unwirksame Anteile    
Eisen(III)-sulfat 10028-22-5 233-072-9 Flockung, Fällung ÖNORM EN 890 Tab 2 Klasse 1 und Tab 3 Typ 1 6 mg/l Fe Technisch unvermeidbare und technologisch unwirksame Anteile    
Essigsäure 64-19-7 200-580-7 biol. Nitratreduktion ÖNORM EN 13194, Tab 2 und Tab 3   Technisch unvermeidbare sowie technolo­gisch und mikrobiolo­gisch unwirksame Anteile   Aerobe Verhältnisse im Wasser sind nach abgeschlossener Aufbereitung sicherzustellen. EINECS-Nummer entspricht nicht der ÖNORM-EN 13194
Ethanol 64-17-5 200-57-86 biol. Nitratreduktion ÖNORM EN 13176 Tab 2 50 mg/l C2H5OH Technisch unvermeidbare sowie technologisch und mikrobiologisch unwirksame Anteile   Aerobe Verhältnisse im Wasser sind nach abgeschlossener Aufbereitung sicherzustellen.
Helium 7440-59-7 231-168-5 Lecksuche im Rohrleitungssystem ≥ 99,999%
O2 ≤ 2 ppm 
N2 ≤ 3 ppm
H2O ≤ 3 ppm
KW ≤ 0,2 ppm
       
Kaliumpermanganat 7722-64-7 231-760-3 Oxidation ÖNORM EN 12672 Tab 2 10 mg/l KMnO4     EINECS-Nummer entspricht nicht der DIN-EN 12672
Kaliumperoxomonosulfat [Kaliummonopersulfat (2 KHSO5, KHSO4, K2SO4)] 70693-62-8 274-778-7 Oxidation, Herstellung von Chlordioxid  ÖNORM EN 12678 Tab 1: Typ 1 5,5 mg/l, berechnet als H2O2 0,1 mg/l, berechnet als H2O2    
Kaliumtripolyphosphat 13845-36-8 237-574-9 Hemmung der Korrosion, Hemmung der Steinablagerung bei dezentraler Anwendung ÖNORM EN 1211 Tab 1 und 2 2,2 mg/l P      
Kohlenstoffdioxid 124-38-9 204-696-9 Einstellung des pH-Wertes, des Salzgehaltes, des Cal­ciumgehaltes, der Säurekapazität, Regeneration von Sorbentien ÖNORM EN 936: Das Produkt muss eine Mindestreinheit von 99,7 % des Volumens an CO2 enthalten. Kohlenstoffdioxid muss darüber hinaus frei von Ölen und Phenolen sein, die den Geschmack des Trinkwassers beeinträchtigen können.       Der pH-Wert des abgegebenen Trinkwassers muss zwischen ≥ 6,5 und ≤ 9,5 liegen.
Mangan (II) Chlorid x H2O 64333-01-3 613-575-3 Entfernung von Nickel DIN 19677 Tab. 5 2 mg/l Mn      
Monocalciumphosphat 7758-23-8 231-837-1 Hemmung der Korrosion, biol. Nitratreduktion ÖNORM EN 1204 Tab 1 und 2 2,2 mg/l P      
Monokaliumdihydrogenphosphat (Kaliumorthophosphat) 7778-77-0 231-913-4 Hemmung der Korrosion, biol. Nitratreduktion ÖNORM EN 1201 Tab 1 und 2 2,2 mg/l P      
Mononatriumdihydrogen-phosphat (Natriumorthophosphat) 7558-80-7 231-449-2 Hemmung der Korrosion, biol. Nitratreduktion ÖNORM EN 1198 Tab 1 und 2 2,2 mg/l P      
Natriumaluminat 11138-49-1 234-391-6 Flockung ÖNORM EN 882 Tab 2 und Tab 3: Typ 1 2,85 mg/l Al Technisch unvermeidbare und technologisch unwirksame Anteile   Der Indikatorparameterwert für Aluminium ist einzuhalten. 
Natriumcarbonat 497-19-8 207-838-8 Einstellung des pH-Wertes, des Salzgehaltes, der Säurekapazität, Regeneration von Sorbentien ÖNORM EN 897 Tab 1 und 2 250 mg/l Na2Co3      
Natriumchlorid 7647-14-5 231-598-3 Herstellung von Chlor durch Elektrolyse.
Erzeugung von Chlor vor Ort mittels Membranzellen
Regeneration von Sorbentien für die dezentrale Enthärtung und Uranabtrennung
ÖNORM-EN 14805 Tab 3: Typ 1




ÖNORM EN 16370
ÖNORM-EN 973, Tab. 1: Typ A und Tab. 3
       
Natriumchlorit 7758-19-2 231-836-6 Herstellung von Chlordioxid ÖNORM-EN 938, Tab 5, Tab 6: Typ 1        
Natriumdisulfit 7681-57-4 231-673-0 Reduktion ÖNORM EN 12121 Tab 1. Die Summe der Massenanteile von Natriumsulfat und Natriumchlorid darf 5 % (m/m) nicht übersteigen. 5 mg/l SO3 2- 2 mg/l SO3 2-    
Natriumhydrogencarbonat 144-55-8 205-633-8 Einstellung des pH-Wertes, des Salzge­haltes, der Säure­kapazität, Regene­ration von Sorbentien ÖNORM EN 898 Tab 1 und 2 250 mg/l NaHCO3      
Natriumhydrogensulfit 7631-90-5 231-548-0 Reduktion ÖNORM EN 12120 Tab 1. Die Summe der Massenanteile von Natriumsulfat und Natriumchlorid darf 5 % des Handelsproduktes, d.h. der Lösung mit einem Massenanteil von 40 % NaHSO3 nicht übersteigen. 5 mg/l SO3 2- 2 mg/l SO3 2-    
Natriumhydroxid 1310-73-2 215-185-5 Einstellung des pH-Wertes, des Salzge­haltes, der Säure­kapazität, des Cal­ciumgehaltes, Re­generation von Sorbentien ÖNORM EN 896 Tab 1 und Tab 2: Typ 1 100 mg/l NaOH      
Natriumpermanganat 10101-50-5 233-251-1 Oxidation ÖNORM EN 15482 7,5 mg/l MnO4      
Natriumperoxodisulfat 7775-27-1 231-892-1 Oxidation,  Herstellung von Chlordioxid. ÖNORM EN 12926 Tab 1: Typ 1 7,0 mg/l berechnet als H2O2 0,1 mg/l, berechnet als H2O2    
Natriumpolyphosphat 68915-31-1 272-808-3 Hemmung der Korrosion, Hemmung der Steinablagerung bei dezentraler Anwendung, Verhinderung der Verblockung von Membranen  ÖNORM EN 1212 Tab 1 und 2
ÖNORM EN 15041
2,2 mg/l P      
Natriumsilikat 1344-09-8 215-687-4 Hemmung der Korrosion ÖNORM EN 1209, Tab 1 und 2 15 mg/l SiO2     Einsatz nur in Mischung mit hier gelisteten Phosphaten oder Natriumhydroxid oder Natriumcarbonat oder Natriumhydrogencarbonat.
Natriumsulfit 7757-83-7 231-821-4 Reduktion ÖNORM EN 12124 Tab 1. Der Massenanteil von Natriumsulfat im Produkt darf 5 % nicht übersteigen. Der Massenanteil an Eisen im Produkt darf 25 mg/kg nicht überschreiten. 5 mg/l SO3 2- 2 mg/l SO3 2-    
Natriumthiosulfat 7772-98-7,10102-17-7 231-867-5, 600-156-5  Reduktion ÖNORM EN 12125 Tab 1. Der Massenanteil von Natriumsulfat im Produkt darf 5 % nicht übersteigen. 7 mg/l SO3 2- 3 mg/l SO3 2-    
Natriumtripolyphosphat 7758-29-4 231-838-7 Hemmung der Korrosion, Hemmung der Steinablagerung bei dezentraler Anwendung, Verhinderung der Verblockung von Membranen ÖNORM EN 1210 Tab 1 und 2 2,2 mg/l P      
Ozon 10028-15-6 233-069-2  Oxidation, Desinfektion ÖNORM EN 1278 Anhang A.3.2 10 mg/l O3 0,05 mg/l O3 Trihalogenmethane, Bromat Siehe auch Liste Teil I c
Bei Anwendung von Ozonung in der Trinkwasseraufbereitung und -desinfektion gilt der Aktionswert für N,N-Dimethyl-Sulfamid (DMS) nicht. Im Wasser vor Ozonung muss die Konzentration an DMS unter der Nachweisgrenze von 0,03 µg/l liegen, um eine Bildung von N,N-Dimethylnitrosamin zu verhindern. Dies gilt auch für eine nachträgliche Ozonung von Trinkwasser z.B. in Lebensmittelbetrieben bei dessen Verwendung zur Herstellung von Lebensmitteln.
Phosphorsäure 7664-38-2 231-633-2 biol. Nitratreduktion ÖNORM EN 974 Tab 1 und 2 5 mg/l als P Technisch unvermeid­bare sowie technologisch und mikrobiologisch unwirksame Anteile   Aerobe Verhältnisse im Wasser sind nach abgeschlossener Aufbereitung sicherzustellen.
Phosphonsäure
(Mischung von org. Phosphonsäuren auf Basis Aminotrimethylenphosphonsäure AMTP in wässriger Lösung)
6419-19-8, 22042-96-2, 32545-75-8, 2809-21-4, 15827-60-8, 1429-50-1, 5995-42-6, 37971-36-1, 23605-74-5  229-146-5, 244-751-4, 251-094-7, 220-552-8, 239-931-4, 215-851-5, 227-833-4, 253-733-5, 245-781-0  Verhinderung von Härteausfällungen (Erdalkalien) und Ablagerungen in UO/NF- Membrananlagen (Antiscalants)  ÖNORM EN 15040   max. 2,5 mg/l als P im Konzentrat Frei von Ortho-/Mono-Phosphaten Genaue Mischungszusammensetzung ist Hersteller spezifisch, Akzeptanz des Membranherstellers beachten
Polyaluminiumchloridhydroxid 1327-41-9, 12042-91-0, 10284-64-7 215-477-2, 234-933-1, 233-632-2 Flockung, Fällung ÖNORM EN 883 Tab 1: Typ 1 9 mg/l Al Technisch unvermeid­bare und technologisch unwirksame Anteile   Der Indikatorparameterwert für Aluminium ist einzuhalten.
Polyaluminiumhydroxidchloridsulfat 39290-78-3 254-400-7 Flockung, Fällung ÖNORM EN 883 Tab 1: Typ 1 9 mg/l Al Technisch unvermeidbare und technologisch unwirksame Anteile   Der Indikatorparameterwert für Aluminium ist einzuhalten.
Polyaluminiumhydroxidchloridsilikat 94894-80-1   Flockung, Fällung ÖNORM EN 885 Tab 1: Typ 1 9 mg/l Al Technisch unvermeidbare und technologisch unwirksame Anteile   Der Indikatorparameterwert für Aluminium ist einzuhalten.
Polyaluminiumhydroxidsilikatsulfat 131148-05-5 603-461-1 Flockung, Fällung ÖNORM EN 886 Tab 1: Typ 1 9 mg/l Al Technisch unvermeidbare und technologisch unwirksame Anteile   Der Indikatorparameterwert für Aluminium ist einzuhalten.
Polycarbonsäuren 9003-01-4, 9003-06-9, 29132-58-9 618-347-4, 618-351-9, 608-320-8 Verhinderung der Verblockung von Membranen (Antiscalants) ÖNORM EN 15039   Max. 50 mg/l al Produkt   Genaue Mischungszusammensetzung ist Hersteller spezifisch, Akzeptanz des Membranherstellers beachten
Salzsäure 7647-01-0 231-595-7 Einstellung des pH-Wertes, des Salzgehaltes, der Säurekapazität. Regene­ration von Sorbentien. Herstellung von Chlordioxid ÖNORM EN 939 Tab 4 und Tab 5: Typ 1 250 mg/l HCl     Der Indikatorparameterwert für Chlorid ist zu beachten (Konzentration im Rohwasser und Zugabemenge)
Sauerstoff 7782-44-7 231-956-9 Oxidation, Sauerstoffanreicherung ÖNORM EN 12876; Der Kohlenwasserstoffgehalt (als Methan-Index) muss unter 50 ppm (V/V) liegen.       nicht höher als O2 - Sättigung
Schwefeldioxid 7446-09-5 231-195-2 Reduktion ÖNORM EN 1019 Tab 1 5 mg/l SO3 2- 2 mg/l SO3 2-    
Schwefelsäure 7664-93-9 231-639-5 Einstellung des pH-Wertes, des Salzgehaltes, der Säurekapazität. Regeneration von Sorbentien ÖNORM EN 899 Tab 1 und 2 240 mg/l H2SO4    
Silber, Silbernitrat 7440-22-4, 7761-88-8  231-131-3, 231-853-9 Konservierung des gespeicherten Wassers für Gebrauch unter besonderen Umständen gemäß Abschnitt 9.1, Buchstaben a und b dieses Kapitels gemäß ÖNORM EN 15030 Tab 1 und 2 0,1 mg/l Ag 0,08 mg/l Ag   Silber und Silbernitrat sind gemäß BiozidVO in Bewertung (Schweden)
Silberchlorid ist nicht zugelassen (Entscheid der EU Kommission April 2014)
Silbersulfat ist nicht in der Biozidliste angeführt 
Tetrakaliumdiphosphat 7320-34-5 230-785-7 Hemmung der Korrosion, biol. Nitratreduktion ÖNORM EN 1207 Tab 1 und 2 2,2 mg/l P      
Tetranatriumdiphosphat 7722-88-5 231-767-1 Hemmung der Korrosion, biol. Nitratreduktion ÖNORM EN 1206 Tab 1 und 2 2,2 mg/l P      
Trikaliumphosphat 7778-53-2 231-907-1 Hemmung der Korrosion, biol. Nitratreduktion ÖNORM EN 1203 Tab 1 und 2 2,2 mg/l P      
Trinatriumphosphat 7601-54-9, 10101-89-0 231-509-8, 600-151-8  Hemmung der Korrosion, biol. Nitratreduktion ÖNORM EN 1200 Tab 1 und 2 bezogen auf das wasserfreie Produkt 2,2 mg/l P      
Wasserstoff 1333-74-0 215-605-7 biologische Nitrat­reduktion Reinheit: ≥ 99,999 Vol.-% Nebenbestandteile (vpm):
≤ 0,5 CnHm;
Reinheit ≥ 99,9 Vol.-% bezüglich O2, N2, H2O   
      Aerobe Verhältnisse im Wasser sind nach abgeschlossener Aufbereitung sicherzustellen.
Wasserstoffperoxid 7722-84-1 231-765-0 Oxidation ÖNORM EN 902 Tab 7: Typ 1 17 mg/l H2O2 0,1 mg/l H2O2    

Legende:
*) einschließlich der Gehalte vor der Aufbereitung und aus anderen Aufbereitungsschritten.
CAS Chemical Abstracts Service Registry Number
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Liste der Stoffe zur Aufbereitung von Trinkwasser Teil B: Aufbereitungsstoffe, die als Feststoffe eingesetzt werden

Stoffname CAS-Nummer EINECS-Nummer Verwendungszweck Reinheitsanforderungen Zulässige Zugabe Spalte entfällt zu beachtende Reaktionsprodukte Bemerkungen
Aktivkohle, granuliert 7440-44-0 231-153-3 Adsorption, Entfernung von Chlor und Ozon, biol. Filtration, Entfernung von Partikeln ÖNORM EN 12915 Tab 1 und 2        
Aktivkohle, pulverförmig 7440-44-0 231-153-3 Adsorption ÖNORM EN 12903 Tab 1 und 2        
Aluminiumoxid, aktiviertes, granuliertes 1344-28-1 215-691-6 Adsorption, Ionenaustausch, Entfernung von Fluorid ÖNORM EN 13753 Tab 1       Der Indikatorparameterwert für Aluminium ist ein­zuhalten.
Aluminiumsilikate, expandierte (Blähton)     Entfernung von Partikeln, biol. Filtration ÖNORM EN 12905 Tab A1       Der Indikatorparameterwert für Aluminium ist einzuhalten.
Aluminiumsilikate, natürliche, nicht expandierte     Entfernung von Partikeln ÖNORM EN 15795       Der Indikatorparameterwert für Aluminium ist einzuhalten.
Anthrazit     Entfernung von Partikeln, Entfernung von Chlor und Ozon ÖNORM EN 12909 Tab 1 und A.1        
Bentonit 1302-78-9 215-108-5 Entfernung von Partikeln ÖNORM EN 13754 Tab 1        
Bims 1332-09-8 603-719-3 Entfernung von Partikeln ÖNORM EN 12906 Tab A.1        
Calciumcarbonat, fest 471-34-1, 1317-65-3  207-439-9, 215-279-6  Entfernung von Partikeln, Einstellung des pH-Wertes, des Salzgehaltes, des Calciumgehaltes, der Säurekapazität, Entfernung von Eisen und Mangan ÖNORM EN 1018 Tab. 2 Stufe 1 und Tab. 3 Typ 1 100 mg/l CaCO3     Bei Fällungsenthärtung max. 350 mg/l Zugabe
Calcium Magnesium Carbonat (Dolomit) 16389-88-1 240-440-2 Entfernung von Eisen und Mangan, Entsäuerung ÖNORM EN 16003        
Dolomit, halbgebrannter 83897-84-1  281-192-5  Entfernung von Partikeln, Einstellung des pH-Wertes, des Calciumgehaltes, der Säurekapazität, Entfernung von Eisen und Mangan ÖNORM EN 1017 Tab 2 und Tab 3 Typ A 100 mg/l CaCO3      
Eisen(III)hydroxidoxid 20344-49-4 243-746-4 Adsorption, Entfernung von Arsen ÖNORM EN 15029 Tab A.1, Arsen < 70 mg/kg TS         
Eisenumlagertes aktiviertes Aluminiumoxid Aktiviertes Aluminiumoxid: 1344-28-1 Eisen(III)-sulfat: 10028-22-5 Aktiviertes Aluminiumoxid: 215—691-6 Eisen(III)-sulfat: 233-072-9 Adsorption, Filtration, Entfernung von Arsen ÖNORM EN 14369 Tab A.1       Der Indikatorparameterwert für Aluminium ist einzuhalten.
Granatsand     Entfernung von Partikeln, Schnellentcarbonisierung ÖNORM EN 12910        
Kieselgur 61790-53-2,91053-39-3, 68855-54-9 612-383-7, 293-303-4, 272-489-0  Anschwemmfiltration ÖNORM EN 12913 Tab 1       CAS-Nr. 91053-39-3 stimmt nicht mit der ÖNORM EN 12913 überein
Mangandioxid 1313-13-9 215-202-6 Entfernung von Mangan ÖNORM EN 13752 Tab A.1       Es dürfen auch Produkte mit einem Massenanteil an Mangandioxid von über 78 % eingesetzt werden.
Mangandioxid beschichteter Kalkstein Calciumcarbonat: 471-34-1, Manganoxid: 1313-13-9 Calciumcarbonat: 207-439-9, Manganoxid: 215-202-6 Entfernung von Partikeln, Entfernung von Eisen und Mangan, Entfernung von Schwefelwasserstoff ÖNORM EN 14368       Keine Erhöhung der Mangankonzentration im Ablauf der Filter zulässig.
Mangangrünsand (Manganzeolith, Eisensand, Grünsand) Glauconit: 90387-66-9, Manganoxid: 1313-13-9 Glauconit: 291-341-6, Manganoxid: 215-202-6 Entfernung von Eisen und Mangan, Entfernung von Schwefelwasserstoff ÖNORM EN 12911 Tab 1 und A.2       Mit Manganoxid beschichtetes Zeolith (Glauconit). Keine Erhöhung der Man­gankonzentration im Ablauf der Filter zu-lässig.
Modifiziertes tert.-Amin-Acryl-Copolymer     Entfernung von Uran a.a.R.d.T.       ÖNORM-EN Normung in Vorbereitung.
Perlit, pulverförmig     Anschwemmfiltration ÖNORM EN 12914 Tab 1        
Quarzsand und Quarzkies (Siliziumoxid)     Entfernung von Partikeln, Sedimentation, Entfernung von Eisen und Mangan, biologische Filtration, Schnellentcarbonisierung ÖNORM EN 12904 Tab 1, Typ 1 und 2        
Styren-Divinylbenzen-Copolymer mit Imino-diessigsäure-gruppen 135620-93-8 639-851-3 Entfernung von Nickel a.a.R.d.T.       EN Normung in Vorbereitung.
Styrendivinylbenzen-Copolymer mit Tri-alkylammonium-Gruppen     Entfernung von Uran a.a.R.d.T.       EN Normung in Vorbereitung.
Thermisch behandelte Kohleprodukte     Entfernung von Partikeln ÖNORM EN 12907 Tab 1 und 2        

Legende:
a.a.R.d.T. allgemein anerkannte Regeln der Technik
*) einschließlich der Gehalte vor der Aufbereitung und aus anderen Aufbereitungsschritten.
CAS Chemical Abstracts Service Registry Number
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Liste der Stoffe zur Aufbereitung von Trinkwasser Teil C: Aufbereitungsstoffe, die zur Desinfektion des Wassers eingesetzt werden

Stoffname CAS-Nummer EINECS-Nummer Verwendungszweck Reinheitsanforderungen Zulässige Zugabe Konzentrationsbereich nach Abschluss der Aufbereitung *) zu beachtende Reaktions­produkte Bemerkungen
Calciumhypochlorit 7778-54-3 231-908-7 Desinfektion ÖNORM EN 900 Tab 1: Typ1 1,2 mg/l freies Cl2 max. 0,3 mg/l freies Cl2
min. 0,1 mg/l freies Cl2
Trihalogenmethane, Bromat Zusatz bis zu 6 mg/l freies Cl2 und Gehalte bis 0,6 mg/l freies Cl2 nach der Aufbereitung bleiben außer Betracht, wenn anders die Desinfektion nicht gewährleistet werden kann oder wenn die Desinfektion zeitweise durch Ammonium beeinträchtigt wird. Möglichkeit von Chloratbildung beachten.
Chlor 7782-50-5 231-959-5 Desinfektion, Herstellung von Chlordioxid ÖNORM EN 937 Tab 1 und Tab 2: Typ 1
Bei Herstellung des Chlors nach dem Amalgamverfahren: Hg-Gehalt max. 0,1 mg/kg Cl2
1,2 mg/l freies Cl2 max. 0,3 mg/l freies Cl2
min. 0,1 mg/l freies Cl2
Trihalogenmethane Zusatz bis zu 6 mg/l freies Cl2 und Gehalte bis 0,6 mg/l freies Cl2 nach der Aufbereitung bleiben außer Betracht, wenn anders die Desinfektion nicht gewährleistet werden kann oder wenn die Desinfektion zeitweise durch Ammonium beeinträchtigt wird.
Chlordioxid 10049-04-4 233-162-8 Desinfektion ÖNORM EN 12671; Nur Angaben zu den Ausgangsstoffen (EN 937, 939, 938, 12926) 0,4 mg/l ClO2 max. 0,2 mg/l ClO2 min. 0,05 mg/l ClO2 Chlorit Ein Höchstwert für Chlorit von 0,2 mg/l ClO2- nach Abschluss der Aufbereitung muss eingehalten werden.
Der Wert für Chlorit gilt als eingehalten, wenn nicht mehr als 0,2 mg/l Chlordioxid zugegeben werden.
Möglichkeit von Chlorat­bildung beachten.
Natriumhypochlorit 7681-52-9 231-668-3 Desinfektion ÖNORM EN 901 Tab 1: Typ 1Grenzwert für Verunreinigungen mit Chlorat (NaClO3): < 5,4 % (m/m) des Aktivchlors. 1,2 mg/l freies Cl2 max. 0,3 mg/l freies Cl2 min. 0,1 mg/l freies Cl2 Trihalogenmethane, Bromat Zusatz bis zu 6 mg/l freies Cl2 und Gehalte bis 0,6 mg/l freies Cl2 nach der Aufbereitung bleiben außer Betracht, wenn anders die Desinfektion nicht gewährleistet werden kann oder wenn die Desinfektion zeitweise durch Ammonium beeinträchtigt wird. Möglichkeit von Chloratbildung beachten.
Ozon 10028-15-6 233-069-2 Desinfektion, Oxidation ÖNORM EN 1278 Anhang A.3.2 10 mg/l O3 max. 0,05 mg/l O3 Trihalogenmethane, Bromat Bei Anwendung von Ozonung in der Trinkwasseraufbereitung- und -Desinfektion gilt der Aktionswert für N,N-Dimethyl-Sulfamid (DMS) nicht. Im Wasser vor Ozonung muss die Konzentration an DMS unter der Nachweisgrenze von 0,03 µg/l liegen, um eine Bildung von N,N-Dimethylnitrosamin zu verhindern. Dies gilt auch für eine nachträgliche Ozonung von Trinkwasser z.B. in Lebensmittelbetrieben bei dessen Verwendung zur Herstellung von Lebensmitteln.

Liste der Stoffe und Verfahren in Erprobung Stoffe und Verfahren, die zur Erprobung befristet zugelassen sind

Stoffname/Verfahren CAS-Nummer EINECS-Nummer Verwendungszweck Reinheitsanforderungen Zulässige Zugabe Konzentrationsbereich nach Abschluss der Aufbereitung *) zu beachtende Reaktions­produkte Bemerkungen Zulassung vorläufig befristet bis zum
Hydroxylapatit  12167-74-7  235-330-6 Entfernung von Fluor a.a.R.d.T.          31.12.2017
Natürlicher basaltischer Zeolith 1318-02-1 215-283-8 Entfernung von Eisen, Mangan, Radium  ÖNORM EN 16070         31.12.2017
Natürlicher Zeolith-Klinoptilolith  1318-02-1, 12173-10-3, 12271-42-0  215-283-8 Entfernung von Eisen, Mangan, Radium  ÖNORM EN 16070         31.12.2017

Legende:
*) einschließlich der Gehalte vor der Aufbereitung und aus anderen Aufbereitungsschritten.
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In Anhang I Teil C der Trinkwasserverordnung wird bei den Indikatorparametern Chlorid, Sulfat, Leitfähigkeit und Wasserstoffionenkonzentration (pH-Wert) in den Anmerkungen die Forderung erhoben: "Das Wasser sollte nicht korrosiv wirken." Für die Indikatorparameter Färbung, Geruch sowie Geschmack gilt: "Für den Verbraucher annehmbar und ohne anormale Veränderung".

Ergänzend dazu gilt gemäß Kapitel B 1 unter Abs. 3.10: "Materialien, die mit Trinkwasser in Kontakt stehen, müssen den lebensmittelrechtlichen Bestimmungen entsprechen und hinsichtlich ihrer Verwendbarkeit unter Berücksichtigung der Wassercharakteristik überprüft sein. Sie dürfen Stoffe nur in unvermeidbarem Ausmaß, aber keinesfalls in Mengen abgeben, die zu einer Überschreitung eines Parameter- oder Indikatorparameterwertes bzw. zu einer Beeinträchtigung der Wasserqualität im Sinne dieses Kapitels führen".

Beim Kontakt von Wasser mit Metallen, die üblicherweise bei Wasserversorgungsanlagen verwendet werden, treten Wechselwirkungen auf, die Korrosionsvorgänge genannt werden. Dabei werden Stoffe an das Wasser abgegeben. Die Korrosionsvorgänge sind daher hygienisch relevant. Die in Lösung gegangenen Stoffe können sich unter Bildung von stabilen Schutzschichten wieder auf der Metalloberfläche ablagern und dadurch die Korrosionsvorgänge praktisch zum Stillstand bringen. Man spricht dann von stationärer Korrosion und das betrachtete Metall kann in Kontakt mit diesem Wasser problemlos verwendet werden.

Die Korrosionsvorgänge können aber auch stetig fortschreiten. Dann erleiden sowohl das Metall als auch das Wasser einen Korrosionsschaden. Bei Metallrohren kann es durch den stetigen Materialabtrag zum Durchbruch der Rohrwand kommen. Das Wasser kann durch aufgenommene Stoffe, durch Trübung und allenfalls dadurch bedingte Geschmacksveränderung für den Verbraucher unannehmbar werden (z. B. Rostwasserbildung) oder es kann zur Überschreitung von Parameter- und Indikatorparameterwerten kommen. In diesem Fall spricht man von instationärer Korrosion. Das betrachtete Material kann dann bei diesem Wasser nicht verwendet werden, es sei denn, das Wasser wird entsprechend aufbereitet.

Zur Beurteilung der Wechselwirkungen eines Wassers mit den in der Trinkwasserversorgung üblichen Materialien ist zunächst eine "Technische Wasseranalyse" nach der Normenserie ÖNORM EN 12.502 Teil 1 – 5 zu erstellen. Zusätzlich ist die Berechnung der Calcitlösekapazität nach ÖNORM 6612 erforderlich.

Grundsätzlich soll der pH-Wert des Wassers innerhalb des Indikatorparameterwert-Intervalls von 6,5 bis 9,5 aus Anhang 1.3 Teil C liegen. Darüber hinaus sind Korrosionsvorgänge zwischen Wasser und den in der Wasserversorgung üblichen Metallen umso stärker, je niederer der pH-Wert des Wassers ist. Der pH-Wert soll daher möglichst hoch sein, ohne dass es zur Ausscheidung von Calciumcarbonat kommt. Neben dem zulässigen pH-Bereich wird die Anforderung "das Wasser sollte nicht korrosiv sein" auch über die Calcitlösekapazität geprüft.

Hohe Konzentrationen an Chlorid, Sulfat und Nitrat, charakterisiert auch durch den Summenparameter Leitfähigkeit, beschleunigen und verstärken die meisten Korrosionsvorgänge. Bei auffällig hohen Konzentrationen an Sulfat, Chlorid und/oder Nitrat ist eine Prüfung der Korrosionswahrscheinlichkeiten anhand der Konzentrationskoeffizienten S1, S2 und S3 gemäß der Normen Serie ÖNORM EN 12502 erforderlich.

Werden die obigen Anforderungen zur Calcitlösekapazität nicht erfüllt, sind folgende Maßnahmen erforderlich:

  • Das Wasser sollte im Allgemeinen aufbereitet werden (Entsäuerung).
  • Im Einzelfall, insbesondere bei Kleinanlagen, ist die Notwendigkeit einer Aufbereitung, z. B. in Abhängigkeit von den verwendeten Rohrmaterialien, zu prüfen.

Ergeben die Prüfungen gemäß Normenserie ÖNORM EN 12502 erhöhte Korrosionswahrscheinlichkeiten, so ist festzustellen, ob

  • der Einsatz von geeigneten Korrosionsschutzmitteln (z. B. Phosphatdosierung) notwendig ist.
  • Aufbereitungsmaßnahmen notwendig sind.

In allen Fällen sind aus der Normenserie ÖNORM EN 12502 abgeleitete Empfehlungen zur Materialauswahl zu erstellen.

Hinweis

Generell werden die Korrosion, ihre Erscheinungsformen und deren Ausmaß durch Eigenschaften des Werkstoffes, der Wasserbeschaffenheit, der Installationsausführung und durch die Betriebsbedingungen des Leitungssystems beeinflusst. Eine schematische Bewertung anhand fester Grenzen ist daher oft nicht möglich. Die Festlegung von Maßnahmen erfordert die Berücksichtigung aller obiger Faktoren und eine fundierte Fachkenntnis auf dem Gebiet der Korrosion. Hilfestellungen dazu sind in der Normenserie ÖNORM EN 12502 Teil 1 - 5 und der DIN 50930 Teil 6 enthalten.

Veröffentlicht mit Geschäftszahl:

BMG-75210/0024-II/B/13/2014 vom 22.10.2014

Änderungen, Ergänzungen:

BMG-75210/0016-II/B/13/2015 vom 30.4.2015

Übergangsfrist für den Abschnitt 6 „Biokosmetika“:
Es wird, um den Erzeugerinnen/Erzeugern und Importeurinnen/Importeuren genügend Zeit für die Umstellung zu geben, für bisher verkehrsfähige Produkte eine Übergangsfrist bis 30. Juli 2014 gewährt. Für den Handel endet die Übergangsfrist mit 30. Juli 2015.

Geltungsbereich

Die biologische/ökologische Produktion und die Kennzeichnung von biologischen/ ökologischen Erzeugnissen ist durch die Verordnung (EG) Nr. 834/20071 und die Verordnungen (EG) Nr. 889/20082 und (EG) Nr. 1235/20083 mit Durchführungsvorschriften dazu weitgehend abgeschlossen geregelt.

Auf einzelne Bereiche, wie Arbeitsvorgänge in gemeinschaftlichen Verpflegungseinrichtungen oder wenn keine ausführlichen Produktionsvorschriften und Verarbeitungsvorschriften vorliegen, können nationale Bestimmungen angewendet werden.

In diesem Kapitel des ÖLMB können und dürfen daher nur mehr diese nationalen Regelungen ihren Platz finden.

Eine Ausnahme davon bildet die Beibehaltung der Anforderungen für die Überprüfung der Erfüllung und Einhaltung der Voraussetzungen für die Genehmigung der Anbindehaltung gemäß Art. 39 der Verordnung (EG) Nr. 889/2008, da diese Anforderungen für Kleinbetriebe traditionell mit diesem Kapitel verbunden sind und dies im entsprechenden Durchführungserlass als Bedingung eingegangen ist.

Ebenso finden Regelungen hier ihren Platz, die derzeit vom Geltungsbereich der Verordnung (EG) Nr. 834/2007 ausgeschlossen sind, wie zum Beispiel Kosmetika, die aber bei ihren Bestandteilen oder deren Herkunft auf biologisch/ökologisch erzeugte Produkte im Sinne der genannten Regelung basieren. Wesentliche Begriffsbestimmungen für Bereiche des Kapitels wie zum Beispiel Aufbereitung können für eine einheitliche Anwendung erklärt werden.

Anforderungen

Ein Unternehmen in diesen Bereichen gilt erst dann als biologisch wirtschaftend, wenn es die entsprechenden Regelungen der Verordnungen (EG) Nr. 834/2007, (EG) Nr. 889/2008, (EG) Nr. 1235/2008 und dieses Kapitels einhält und er sich einem anerkannten Kontrollverfahren unterzieht. Teile dieses Kapitels gelten insbesondere als einzelstaatliche Bestimmung im Sinne der Verordnung (EG) Nr. 834/2007. Die Produktions-, Verarbeitungs- und Kontrollbestimmungen der Verordnungen der Europäischen Gemeinschaft und dieses Kapitels sind daher als Mindestanforderungen einzuhalten. Jeweils geltende strengere nationale gesetzliche Bestimmungen sind zusätzlich zu den Anforderungen der Verordnungen (EG) Nr. 834/2007, (EG) Nr. 889/2008 und (EG) Nr. 1235/2008 oder dieses Kapitels einzuhalten.

1 Verordnung (EG) Nr. 834/2007 des Rates vom 28. Juni 2007 über die ökologische/biologische Produktion und die Kennzeichnung von ökologischen/biologischen Erzeugnissen und zur Aufhebung der Verordnung (EWG) Nr. 2092/91 (Abl. L 189 vom 20. 7. 2007, S. 1).

2 Verordnung (EG) Nr. 889/2008 der Kommission vom 5. September 2008 mit Durchführungsvorschriften zur Verordnung (EG) Nr. 834/2007 des Rates über die ökologische/biologische Produktion und die Kennzeichnung von ökologischen/biologischen Erzeugnissen hinsichtlich der ökologischen/biologischen Produktion, Kennzeichnung und Kontrolle (Abl. L 250 vom 18. 9. 2008, S. 1).

3 Verordnung (EG) Nr. 1235/2008 der Kommission vom 8. Dezember 2008 mit Durchführungsvorschriften zur Verordnung (EG) Nr. 834/2007 des Rates hinsichtlich der Regelung der Einfuhren von ökologischen/biologischen Erzeugnissen aus Drittländern (Abl. Nr. L 334 vom 12. 12. 2008, S. 25).

ÜBERPRÜFUNG DER ERFÜLLUNG UND EINHALTUNG DER VORAUSSETZUNGEN FÜR DIE GENEHMIGUNG DER ANBINDEHALTUNG gemäß Art. 39 der Verordnung (EG) Nr. 889/2008 mit Erlass: BMG-75340/0008-II/B/7/2009 vom 18. 2. 2009, „Sammel- und Bereinigungserlass“

Tiergerechtigkeitsindex

Für Rinder in Kleinbetrieben gemäß Art. 39 der Verordnung (EG) Nr. 889/2008 sind 24 TGI Punkte erforderlich. Für die Beurteilung ist die Fassung des Tiergerechtheitsindex – Veröffentlichung in den Mitteilungen der österreichischen Sanitätsverwaltung – heranzuziehen:

TGI für Rinder:

Nr. 10, 1996 TGI 35 L/1996, Stand Mai 1996
Nr. 3, 2000 Handbuch - Anbindehaltung, Ergänzung zu den
Anweisungen für die Anwendung, 11.12.1996
Nr. 3, 2000 TGI-Mindestbedingungen für die Anbindehaltung
von Milchkühen in  Biobetrieben, 30.9.1997
Nr. 3, 2000 Erläuterungen zum TGI - Mindestbedingungen für
die Anbindehaltung von Milchkühen in Biobetrie-
ben, 18.11.1997
Nr. 3, 2000 Ergänzung, 4. Korrektur, 20.12.1997

TGI-Bewertung

Die notwendige Punktezahl muss für jede einzelne Nutztierkategorie erreicht werden (keine Durchschnittsbildung über die einzelnen Nutztierkategorien).

Der TGI ist keine Richtlinie zur Regelung der Tierhaltung, sondern eine Grundlage zur Bewertung der Tiergerechtheit von Tierhaltungen mittels Punktesystem. Falls im TGI Maßnahmen bewertet werden, die in den Bio-Regelungen nicht vorgesehen sind, bedeutet dies nicht, dass diese Maßnahmen durch die Anwendung des TGI für die Biologische Produktion zulässig werden. Die Erfüllung und Einhaltung der Voraussetzungen für die Genehmigung der Anbindehaltung gemäß Art. 39 werden unter Einbindung des TGI bewertet, wobei die erforderliche Mindestpunkteanzahl zu erreichen ist.

Besatzdichte, Außenscharrraum, Volierenhaltung und Junghennenhaltung werden ergänzend zu den Bestimmungen der Verordnung festgelegt oder strengere Vorschriften sind anzuwenden.

Außenscharrraum, Besatzdichte

Die maximale Besatzdichte in der Bio-Legehennenhaltung gemäß EU-VO beträgt 6 Tiere/m² den Tieren ständig zur Verfügung stehende Nettofläche. Wird die zur Verfügung stehende Nettofläche durch einen definitionskonformen Außenscharrraum erweitert, so darf die maximale Besatzdichte im Stall 7 Tiere/je m² nutzbare Fläche nicht übersteigen.

Volierenhaltung

Die Haltung von Legehennen in Volieren ist nur in Verbindung mit einem Außen-scharrraum erlaubt, wenn folgende Parameter erfüllt sind:

  • Vorhandensein eines definitionskonformen Außenscharrraums,
  • ordnungsgemäß ausgeführte maximal dreietagige Volieren (Boden plus drei Etagen; wenn dreietagig, dann oberste Etage Ruhebereich mit Sitzstangen),
  • Besatzdichte max. 7 Tiere/m² nutzbare Stallfläche und bzw. (bei geschlossenem Ausgang in den Außenscharrraum) max. 14 Tiere/m² Stallgrundfläche (innen).

Die Junghennenaufzucht für Legehennen in Volierenhaltung soll in Volieren erfolgen.

Junghennenaufzucht und Aufzucht von Legehybridhähnen

Definition Legehybridhähne

Legehybridhähne sind die Brüder von Legehybridhennen mit maximalen durchschnittlichen Tageszunahmen von 20 g/Tag.

In einer Stalleinheit mit eigenem Auslauf werden nicht mehr als 4.800 Junghennen oder Legehybridhähne gehalten. Bis zum Alter von 3 Wochen ist eine Aufzucht mit insgesamt max. 9.600 Tieren, geteilt in mindestens 2 Gruppen je max. 4.800 Tiere, möglich.

  • Maximal 35 Tiere/m² nutzbare Stallfläche bis zum Alter von 3 Wochen,
  • maximal 20 Tiere/m² nutzbare Stallfläche bis zum Alter von 6 Wochen,
  • maximal 14 Tiere/m² nutzbare Stallfläche bis zum Alter von 10 Wochen,
  • maximal 10 Tiere/m² nutzbare Stallfläche bis zum Alter von 18 Wochen,

Bei Ställen mit richtlinienkonformen Außenscharrräumen ist eine Besatzdichte von max. 12 Tieren/m² nutzbarer Stallfläche zwischen der 11. und der 18. Woche möglich. Bei der Aufzucht von Legehybridhähnen ist abweichend bis zum Alter von 10 Wochen eine Besatzdichte von 20 Tieren/m² möglich.
Auf keinen Fall darf jedoch ein Gewicht von 21 kg/m2 nutzbare Stallfläche überschritten werden.

Ab dem ersten Lebenstag sind stufenförmig angeordnete Sitzstangen vorzusehen. Der Mindestabstand zum Boden beträgt 15 cm. Ergänzend sind vom ersten Tag an Strukturen im Stallraum empfohlen (z. B. Heu- oder Strohballen).

  • Bis zur 11. Woche: 4 cm Sitzstange/Tier, Legehybridhähne 2 cm Sitzstange/Tier zur Strukturierung des Stalles,
  • Ab der 11. Lebenswoche: 10 cm Sitzstange/Tier.

Abweichend dazu sind in Volierenställen ab der 11. Lebenswoche die Strukturen der erhöhten Ebenen als Sitzstangenangebot ausreichend.

Die Küken müssen ab dem 1. Lebenstag Einstreu mit Sandanteilen zur freien Verfügung haben. Mindestens ein Drittel der Bewegungsfläche im Stall muss als eingestreute Scharrfläche zur Verfügung stehen. Die Einstreu ist trocken, locker und sauber zu halten.

Tageslicht wird in das Lichtprogramm der Aufzucht eingebaut. Die von den Aufzüchtern empfohlenen Lichtprogramme dürfen verwendet werden. Der Stall muss während der Aktivitätszeiten über Tageslicht verfügen (Richtzahl: Fensterfläche = mind. 3 % der Mindestbodenfläche). Bei Auftreten von starkem Federpicken kann das Tageslicht im Stallinneren abgedunkelt werden, wenn Zugang zu einem Außenscharrraum besteht.

Spätestens ab der 10. Lebenswoche müssen die Junghennen während der Aktivitätszeit Zugang zu einem richtlinienkonformen Außenklimabereich (Außenscharrraum) haben. Legehybridhähnen ist im letzten Drittel der Lebensdauer bzw. ab dem 43. Lebenstag während der Aktivitätszeit Zugang zu einem richtlinienkonformen Außenklimabereich zu gewähren. Ausgenommen davon sind Betriebe mit Bestandsgrößen von unter 200 Junghennen bzw. Legehybridhähnen und Betriebe mit mobilen Ställen, sofern Grünauslauf zur Verfügung steht.

Spätestens ab der 12. Woche ist den Junghennen Grünauslauf anzubieten. Legehybridhähnen ist jedenfalls mindestens ein Drittel der Lebensdauer bzw. ab dem 43. Lebenstag Grünauslauf anzubieten. An Tagen mit Witterungsextremen (z. B. Schneelage) ist der Zugang zum Außenscharrraum ausreichend. Der Grünauslauf muss mindestens 0,5 m²/Tier umfassen. Als Auslaufflächen gelten nur Flächen innerhalb eines Umkreises von 50 Metern von den Auslauföffnungen.

Die Volierenhaltung ist in der Biojunghennenaufzucht und Aufzucht von Legehybridhähnen erlaubt. Es dürfen nur Volieren mit maximal 3 Etagen (Bodenfläche + 3 Etagen) verwendet werden, wobei die 3. Etage als Ruhebereich eingerichtet werden muss. Es gelten die gleichen Besatzdichten/m² nutzbarer Stallfläche wie in anderen Aufzuchtställen, die Obergrenze liegt bei maximal 24 Tiere/m² Stallgrundfläche.

In bereits vor dem 1.1.2002 bestehenden Gebäuden mit Junghennenaufzucht, die über keinen richtlinienkonformen Außenscharrraum verfügen, genügt Grünauslauf.

Begriffsdefinitionen

Ein Außen- oder Kaltscharrraum bezeichnet einen überdachten, nicht isolierten, eingestreuten, beleuchteten Außenklimabereich, der an einer oder mehreren Seiten durch Gitter, Windnetze oder ähnliche Vorrichtungen begrenzt wird und

  • während der ganzen Aktivitätsphase (Hellphase, natürliches und künstliches Licht) für die Tiere über alle Stallöffnungen zugänglich ist,
  • mindestens ein Drittel (mindestens ein Viertel in der Junghennenaufzucht bis zum Alter von 18 Wochen und von Legehybridhähnen) der nutzbaren Stallfläche im Stallinneren umfasst,
  • überdacht ist, über automatische Schieber-/Klappenöffnungen, Beleuchtung, Einzäunung und Windschutzmöglichkeiten verfügt,
  • eingestreut ist,
  • eine Höhe von mindestens 1,5 m hat,
  • sich auf gleicher Ebene wie der Stall befindet bzw. der Niveauunterschied vom Stall zum Außenscharrraum maximal 80 cm (maximal 50 cm in der Junghennenaufzucht bis zum Alter von 18 Wochen) beträgt
  • und über Öffnungen vom Stallinnenteil in den Außenscharrraum verfügt, die den Anforderungen an Auslauföffnungen genügen.

Eine Stalleinheit in der Aufzucht von Junghennen und Legehybridhähnen ist eine in sich abgeschlossene Einheit mit eigenem Lüftungssystem (eigener Luftraum) und eigenen Tränke- und Futterbahnen.

Als "nutzbare Stallfläche" gilt eine uneingeschränkt begehbare, mindestens 30 cm breite und höchstens 14 % geneigte Fläche mit einer lichten Höhe von mindestens 45 cm. Die Nestflächen, deren Anflugroste und erhöhte Sitzstangen sind nicht Teil der nutzbaren Fläche. In Systemen mit mehreren übereinander angeordneten Ebenen gelten als nutzbare Stallfläche alle entmistbaren Gitter- und Rostflächen mit direkt darunter liegender Entmistung sowie die eingestreuten Stallbodenflächen (Anforderungen gem. RL 1999/74/EG zum Schutz von Legehennen vom 19.7.1999).

Bio-Haltung von Masthühnern und Truthühnern im Lichte eines Außenscharraumes/Außenklimabereiches

Die maximale Besatzdichte in der Bio-Mastgeflügelhaltung (Masthühner, Truthühner u.a.) gemäß EU-VO 1804/99 beträgt 10 Tiere je m2 bzw. höchstzulässiges Lebendgewicht 21 kg je m2 den Tieren ständig zur Verfügung stehende Nettofläche. Wird die zur Verfügung stehende Nettofläche um einen Außenklimabereich mit nachfolgender Spezifikation erweitert, so darf die maximale Besatzdichte im Stall bei Masthühnern und Truthühnern (Puten) nicht mehr als 28 kg Lebendgewicht je m2 den Tieren ständig zur Verfügung stehende Nettofläche übersteigen. Bei Masthühnern dürfen je m2 max. 12 Tiere gehalten werden. Der verpflichtende Zugang zu Auslaufflächen bleibt davon unbeschadet.

Definition/Spezifikation des Außenscharrraumes/Außenklimabereiches:

Ein Außenscharraum bezeichnet einen überdachten, nicht isolierten, eingestreuten, künstlich oder natürlich beleuchteten Außenklimabereich, der an einer oder mehreren Seiten durch Gitter, Windnetze oder ähnliche Vorrichtungen begrenzt wird und

  • während der ganzen Aktivitätsphase (Hellphase, künstliches oder ausreichend natürliches Licht) für die Tiere über alle Stallöffnungen zugänglich ist,
  • mindestens ein Drittel der nutzbaren (begehbaren) Stallfläche im Stallinneren umfasst,
  • überdacht ist, über automatische Schieber-/Klappenöffnungen, Einzäunung und Windschutzmöglichkeiten verfügt,
  • eingestreut ist,
  • eine Höhe von mindestens 1,5 m hat, sich auf gleicher Ebene wie der Stall befindet bzw. der Niveauunterschied vom Stall zum Außenscharrraum maximal 40 cm beträgt. (Truthühner maximal 25 cm Niveauunterschied.) Größere Niveauunterschiede können durch vorgebaute Auf- und Abstiegshilfen überwunden werden,
  • und über Öffnungen vom Stallinnenteil in den Außenscharrraum verfügt, die den Anforderungen an Auslauföffnungen genügen. (Truthühner: Mindestbreite je Auslauföffnung 80 cm, Mindesthöhe 60 cm; Masthühner: Mindestbreite je Auslauföffnung 40 cm, Mindesthöhe 35 cm).

 

Die Etikettierungsvorschriften gemäß Artikel 5 der Verordnung (EWG) Nr. 2092/91 und die Kontrollvorschriften gemäß den Artikeln 8 und 9 der Verordnung (EWG) Nr. 2092/91 sind anzuwenden.

Die allgemeinen Grundregeln des Anhangs I B 1 dieser Verordnung gelten, ausgenommen Nummer 1.7 und 1.8.

Die Regeln des Art. 8 und 9 für Rinder der Verordnung (EG) Nr. 889/2008 sind sinngemäß anzuwenden.

Die Umstellung von für die tierische Erzeugung im Rahmen der biologischen Produktion genutzten Flächen erfolgt gemäß den Verordnungen (EG) Nr. 834/2007 und (EG) Nr. 889/2008.

Tiere aus nicht biologischer Tierhaltung und deren Erzeugnisse können nach einer Umstellungsfrist von 12 Monaten als Erzeugnisse aus biologischer Produktion vermarktet werden.

Die Futterbestimmungen der Verordnungen (EG) Nr. 834/2007 und (EG) Nr. 889/2008 sind einzuhalten. Für alle Gatterwildarten gelten die Regelungen der Wiederkäuer.

Die Futterbestimmungen der Verordnungen (EG) Nr. 834/2007 und (EG) Nr. 889/2008 sind einzuhalten.

Für die genannten Wildarten ist eine ganzjährige Weidehaltung vorzusehen.

Die Kennzeichnungsvorschriften gemäß Art. 23 und die Kontrollvorschriften des Titels V der Verordnung (EG) Nr. 834/2007 sind anzuwenden.

Die allgemeinen Grundregeln der Verordnungen (EG) Nr. 834/2007, (EG) Nr. 889/2008 und (EG) Nr. 1235/2008 gelten.

Die Tiere müssen aus Unternehmen stammen, die entsprechend den Regelungen der Verordnungen (EG) Nr. 834/2007 und (EG) Nr. 889/2008 und dieses Kapitels produzieren.

Sind geeignete Tiere aus biologischer Produktion nicht verfügbar, können

  • beim erstmaligen Bestandsaufbau oder im Rahmen einer erstmaligen Umstellung einer bestehenden biologischen Produktionseinheit bis zu 100 % des Tierbedarfs nichtbiologischer Herkunft sein; eine Genehmigung durch die zuständige Behörde ist erforderlich.
  • Nichtbiologische Jungtiere (Absetzer) für die Mast spätestens bis zum Alter von fünf Wochen zugekauft werden. Jungtiere von nach den Bestimmungen dieses Kapitels am Betrieb gehaltenen Zuchttieren gelten ab der Geburt als Tiere aus der biologischen Produktion. Ab dem Absetzen gelten die Bestimmungen von Abs. 2.4.5.
  • Zur Erneuerung eines Bestandes nichtbiologische nullipare weibliche Tiere bis zu maximal 10 % des Bestandes an adulten Tieren zugekauft werden.
  • Gemäß Art. 9 Abs. 4 dieser Prozentsatz in den dort angeführten Fällen durch die vorherige Genehmigung durch die zuständige Behörde auf bis zu 40 % erhöht werden.
  • Männliche Zuchttiere aus nicht biologischer Tierhaltung dürfen eingestellt werden, sofern die Tiere anschließend nach den Grundregeln der Verordnungen (EG) Nr. 834/2007 und (EG) Nr. 889/2008 und dieses Kapitels gehalten und gefüttert werden.

Die Umstellung von für die tierische Erzeugung im Rahmen der biologischen Produktion genutzten Flächen folgt den Verordnungen (EG) Nr. 834/2007 und (EG) Nr. 889/2008.

Tierische Erzeugnisse können als Erzeugnisse aus biologischer Produktion vermarktet werden, wenn die Tiere mindestens 2/3 ihrer Lebenszeit durchgängig nach den geltenden Bestimmungen gehalten werden.

Die Futterbestimmungen der Verordnungen (EG) Nr. 834/2007 und (EG) Nr. 889/2008 sind einzuhalten. Für Kaninchen gelten die Regelungen für die anderen Arten.

Alle Tiere erhalten Heu ad libitum und während der Vegetationsperiode Grünfutter. Frisches Wasser steht ständig zur Verfügung.

Die Bestimmungen der Verordnungen (EG) Nr. 834/2007 und (EG) Nr. 889/2008 sind einzuhalten.

Ziel ist es, ein Haltungssystem einzurichten, in welchem die Nutztiere ihr angeborenes Verhalten, welches in Funktionskreise und Funktionsbereiche eingeteilt wird, ausleben können.

Hinsichtlich der Pflichten der Unternehmen und der Mindestkontrollanforderungen gelten die Regelungen der Verordnungen (EG) Nr. 834/2007 und (EG) Nr. 889/2008 und dieses Kapitels.

Verarbeitete Erzeugnisse erfüllen die Anforderungen der Verordnungen (EG) Nr. 834/2007 und (EG) Nr. 889/2008.

Nach Art. 1 Abs. 3 zweiter Unterabsatz der Verordnung (EG) Nr. 834/2007 über die biologische Produktion und die Kennzeichnung von biologischen Erzeugnissen (im Folgenden EG BIO-Verordnung) unterliegen Arbeitsgänge in gemeinschaftlichen Verpflegungseinrichtungen nicht der Verordnung. Die Mitgliedstaaten können nationale Vorschriften für die Kennzeichnung und die Kontrolle von Erzeugnissen aus Arbeitsgängen in gemeinschaftlichen Verpflegungseinrichtungen anwenden, sofern diese mit dem Gemeinschaftsrecht vereinbar sind.

Unter "Arbeitsgänge in gemeinschaftlichen Verpflegungseinrichtungen" ist nach der Begriffsbestimmung des Art. 2 lit. aa der EG BIO-Verordnung die Aufbereitung biologischer Erzeugnisse in Gaststättenbetrieben, Krankenhäusern, Kantinen und anderen ähnlichen Lebensmittelunternehmen an der Stelle, an der sie an den Endverbraucher verkauft oder abgegeben werden, zu verstehen.

Im Codexkapitel A 8 ist der Abschnitt "Gemeinschaftliche Verpflegungseinrichtungen" enthalten. Die Anwendung des Begriffes "Aufbereitung" ist damit für dieses Kapitel ein entscheidendes Kriterium.

In Österreich sind gemäß Erlass des BMGFJ vom 5. 7. 2005 auf Basis des Art. 8 Abs. 1 zweiter Unterabsatz der Verordnung (EG) Nr. 2092/91 Einzelhändler, die Erzeugnisse direkt an den Endverbraucher verkaufen, sofern die Einzelhändler diese Erzeugnisse nicht selbst erzeugen, aufbereiten, an einem anderen Ort als einem Ort in Verbindung mit der Verkaufsstelle lagern oder aus einem Drittland einführen von der Verpflichtung ausgeschlossen, die Vermarktung der Behörde zu melden und einen Kontrollvertrag abzuschließen.

Der Begriff "Aufbereitung" und seine Auslegung gilt auch für den Einzelhandel im Sinne der Verordnung (EG) Nr. 834/2007.

Folglich können Einzelhändler und Gemeinschaftliche Verpflegungseinrichtungen die Bio-Produkte ausloben von den Verpflichtung zur Meldung an die Behörde und dem Abschluss eines Kontrollvertrages nur dann ausgenommen werden, wenn sie nicht aufbereiten.

Es werden folgende Grundsätze für eine Leitlinie für die Abgrenzung des Begriffs "Aufbereitung" festgehalten:

  • Es soll sowohl den zugelassenen BIO – Kontrollstellen als auch den betroffenen gemeinschaftlichen Verpflegungseinrichtungen sowie dem Einzelhandel im Sinne der Verordnung (EG) Nr. 834/2007 eine praktikable Unterstützung zur Verfügung gestellt werden um Tätigkeiten, die unter den Begriff der "Aufbereitung" fallen, von Tätigkeiten, die diesen nicht erfüllen, abzugrenzen.
  • Die Regelungen für die Kennzeichnung und Kontrolle von Lebensmitteln aus Arbeitsgängen in gemeinschaftlichen Verpflegungseinrichtungen sind im Abschnitt 4 "Gemeinschaftliche Verpflegungseinrichtungen", Seite 17 bis 25 enthalten.

Nach Art. 2 lit. i der Verordnung (EG) Nr. 834/2007 sind unter "Aufbereitung" Arbeitsgänge zur Haltbarmachung und/oder Verarbeitung biologischer Erzeugnisse, einschließlich Schlachten und Zerlegen bei tierischen Erzeugnissen, sowie Verpackung, Kennzeichnung und/oder Änderung der Kennzeichnung betreffend die biologische Produktionsweise zu verstehen.

Tätigkeiten, die unmittelbar vor der direkten Abgabe an den Endverbraucher in dessen Anwesenheit verrichtet werden und der Verkaufsvorbereitung dienen, lösen keine verpflichtende Unterstellung unter die Kontrollpflicht aus, sofern für den Verbraucher ersichtlich bzw. überprüfbar ist, dass biologische Produkte bzw. Zutaten verarbeitet werden.

Die Arbeitsgänge in gemeinschaftlichen Verpflegungseinrichtungen unterliegen nicht der Verordnung (EG) Nr. 834/2007. Die Mitgliedstaaten können daher nationale Vorschriften für die Kennzeichnung und die Kontrolle von Lebensmitteln aus Arbeitsgängen in gemeinschaftlichen Verpflegungseinrichtungen anwenden, sofern diese Regelungen mit dem Gemeinschaftsrecht vereinbar sind.

Nationale Bestimmung im Sinne der Verordnung (EG) Nr. 834/2007 Artikel 1 (3):

Kennzeichnung und die Kontrolle von Erzeugnissen (Lebensmittel) aus Arbeitsgängen in gemeinschaftlichen Verpflegungseinrichtungen (z. B. Gaststättenbetriebe, Krankenhäuser, Kantinen, ...) sofern sie in Verkehr gebracht werden oder dazu bestimmt sind, in Verkehr gebracht zu werden.

Unter einem Gericht wird dabei eine üblicherweise als Einheit (auf einem Teller, in einer Schüssel, …) servierte Speise verstanden, die aus einer oder mehreren Komponenten besteht. Ein Menü besteht aus mehreren Gerichten und Komponenten. Mahlzeiten (Frühstück, Mittagessen, Abendessen) werden als Menü verstanden. Ein Buffet ist eine zum Verzehr bereitgestellte Auswahl von Gerichten und/oder Komponenten.

Verwendung von Bezeichnungen mit Bezug auf die ökologische/biologische Produktion

Titel V der Verordnung (EG) Nr. 834/2007 findet Anwendung. Für Unternehmerinnen/Unternehmer, die Arbeitsgänge in gemeinschaftlichen Versorgungseinrichtungen vornehmen, gilt insbesondere Artikel 28 der Verordnung (EG) NR. 834/2007.

MINDESTKONTROLLANFORDERUNGEN

Falls in der gemeinschaftlichen Verpflegungseinrichtung jeweils nur ein biologischer landwirtschaftlicher Rohstoff saisonal aufbereitet und ausgelobt wird, ist eine Gruppenzertifizierung unter der Verantwortung einer Projektbetreiberin/eines Projektbetreibers zulässig. Der gleiche nicht-biologische Rohstoff darf in diesem Zeitraum am Betrieb nicht gelagert oder verarbeitet werden.

Eine Saison ist ein begrenzter, immer wiederkehrender Zeitabschnitt eines Jahres, in dem ein biologischer landwirtschaftlicher Rohstoff aus kulturellen oder jahreszeitlichen Gründen typischerweise verarbeitet und konsumiert wird. Es obliegt der Projektbetreiberin/dem Projektbetreiber in ihrem/seinem Projektantrag den jeweiligen Zeitraum genau festzulegen. Verschiebungen sind umgehend der Kontrollstelle bekannt zu geben.

Die Projektbetreiberin/der Projektbetreiber nimmt am Kontrollsystem teil. Dazu legt sie/er eine Beschreibung des Projektes vor, insbesondere einschließlich aller teilnehmenden Unternehmen, deren Pflichten und der kontrollrelevanten Unterlagen, sowie risikobasierter Vorgaben für das interne Kontrollsystem. Der Projektbetreiber legt auch die Art der Kennzeichnung und Aufmachung sowie die Werbung vor. Die teilnehmenden Unternehmen sind vom Projektbetreiber entsprechend zu informieren.

Die Projektbetreiberin/der Projektbetreiber legt auch die Art der Kennzeichnung und Aufmachung sowie die Werbung vor. Die teilnehmenden Unternehmen sind von der Projektbetreiberin/dem Projektbetreiber entsprechend zu informieren.

Die Projektbetreiberin/der Projektbetreiber führt bei jedem teilnehmenden Unternehmen zumindest einmal jährlich während des saisonalen Angebotszeitraumes eine Vor-Ort-Kontrolle durch, erstellt einen Bericht und dokumentiert die Maßnahmen bei festgestellten Abweichungen. Die Kontrollstelle ist unverzüglich über festgestellte Abweichungen zu informieren.

Die externe Kontrollstelle ober -behörde überprüft und bewertet die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems und führt einmal jährlich eine Vor-Ort-Kontrolle bei der Projektbetreiberin/dem Projektbetreiber durch. Diese Überprüfung beinhaltet auch ein Witness-Audit des internen Kontrollsystems.

Die Kontrollstelle oder -behörde führt bei mindestens 25% der teilnehmenden Unternehmen Kontrollen durch und zwar sowohl als Vor-Ort-Kontrollen der Unternehmen als auch als Kontrollen des Eigenkontrollsystems. Darunter fällt auch die Überprüfung in Form des Witness-Audits. Im Verdachtsfall sind weitere Kontrollen erforderlich.

Nationale Vorschrift im Sinne von Artikel 95 Abs. 5 der Verordnung (EG) Nr. 889/2008

Umweltschonende nachhaltige Produktion, Bewahrung der Artenvielfalt, Schutz der natürlichen Ressourcen, Anwendung von hohen Tierschutzstandards, Produktion unter Verwendung natürlicher Bestandteile und einfache Herstellungsprozesse werden von Verbraucherinnen und Verbrauchern zunehmend auch bei kosmetischen Mitteln nachgefragt. Um die Interessen und das Vertrauen der Verbraucher zu wahren und einen lauteren Wettbewerb durch Transparenz, Kontrolle und Rückverfolgbarkeit zu gewährleisten, ist es daher angezeigt, Grundsätze und Regeln für die Herstellung und Kennzeichnung von entsprechenden kosmetischen Mitteln zu formulieren.

"Kosmetische Mittel"

sind gemäß § 3 Z 8 des Lebensmittelsicherheits- und Verbraucherschutzgesetzes Stoffe oder Zubereitungen, die dazu bestimmt sind, äußerlich mit den verschiedenen Teilen des menschlichen Körpers (Haut, Behaarungssystem, Nägel, Lippen und intime Regionen) oder mit den Zähnen und den Schleimhäuten der Mundhöhle in Berührung zu kommen, und zwar zu dem ausschließlichen oder überwiegenden Zweck, diese zu reinigen, zu parfümieren, ihr Aussehen zu verändern, sie zu schützen, sie in gutem Zustand zu halten oder den Körpergeruch zu beeinflussen.

"Biokosmetika"

sind kosmetische Mittel, die gemäß diesem Abschnitt hergestellt und gekennzeichnet sind.

"Stoff"

ist ein chemisches Element oder seine Verbindungen in natürlicher Form oder gewonnen durch ein Herstellungsverfahren, einschließlich der zur Wahrung seiner Stabilität notwendigen Zusatzstoffe und der durch das angewandte Verfahren bedingten Verunreinigungen, aber mit Ausnahme von Lösungsmitteln, die von dem Stoff ohne Beeinträchtigung seiner Stabilität und ohne Änderung seiner Zusammensetzung abgetrennt werden können.

"Gemisch"

sind Gemische oder Lösungen, die aus zwei oder mehreren Stoffen bestehen.

"Bestandteile" von kosmetischen Mitteln sind

  1. Stoffe oder Gemische synthetischen Ursprungs
  2. chemisch modifizierte Stoffe oder Gemische natürlichen Ursprungs
  3. natürliche Stoffe oder Gemische:
    1. landwirtschaftlichen Ursprungs
    2. nicht landwirtschaftlichen Ursprungs

Als Bestandteile werden grundsätzlich nur Stoffe oder Gemische natürlichen Ursprungs verwendet, ausgenommen Konservierungsstoffe (siehe Abs. 6.3.5.1) und chemisch modifizierte Stoffe oder Gemische natürlichen Ursprungs (siehe Abs. 6.3.2.3.2).

Bei der Verwendung pflanzlicher, tierischer und mineralischer Bestandteile für kosmetische Mittel ist darauf zu achten, dass keine gesundheitlich bedenklichen Verunreinigungen enthalten sind, wie z.B. mikrobiologische Verunreinigungen, deren Stoffwechselprodukte und andere Kontaminanten.

Desweiteren dürfen keine synthetischen Stoffe oder Gemische (inkl. Nanopartikel) wie z. B. Riechstoffe, Antioxidantien, synthetische Öle (Silikonöle), ethoxylierte Rohstoffe oder UV-Filter verwendet werden – ausgenommen Konservierungsstoffe. Ebenso dürfen Bestandteile nicht aus GVO oder durch GVO hergestellt werden. Weiters wird die Behandlung von Stoffen oder Gemischen und kosmetischen Endprodukten zur Entkeimung mit ionisierender Strahlung (Begriffsbestimmung siehe Verordnung (EG) Nr. 834/2007, Art. 2 lit. z) nicht durchgeführt.

Pflanzliche und tierische Produkte landwirtschaftlichen Ursprungs, die zur Berechnung des Bioanteils der Bestandteile eines kosmetischen Mittels (siehe Abs. 6.4) herangezogen werden, entsprechen den Bestimmungen über die biologische Produktion (Verordnung (EG) Nr. 834/2007 samt Durchführungsverordnungen).

Ein biologischer Bestandteil darf nicht zusammen mit dem gleichen nicht biologischen Bestandteil im Erzeugnis (Biokosmetikum) eingesetzt werden. Dies gilt auch für Bestandteile, die aus der Umstellung von nicht biologischer auf biologische Produktion stammen.

Ist ein Bestandteil als biologischer Bestandteil verfügbar, so ist diesem der Vorzug zu geben.

Pflanzliche Bestandteile von vom Aussterben bedrohten Pflanzenarten (Washingtoner Artenschutzübereinkommen4) und Berner Artenschutzabkommen5) dürfen nicht verwendet werden, sofern sie nicht aus genehmigten Wildsammlungen von Pflanzen stammen.

4) Informationen zum Washingtoner Artenschutzübereinkommen siehe: http://www.cites.org/ oder http://www.cites.at/

5) Informationen zum Berner Artenschutzabkommen siehe: http://conventions.coe.int/Treaty/Commun/QueVoulezVous.asp?NT=104&CM=8&DF=10/02/04&CL=GER

Bestandteile von Wirbeltieren dürfen verwendet werden, sofern sie unter Einhaltung der tierschutzrechtlichen Bestimmungen von lebenden Tieren gewonnen werden. Bestandteile von toten Wirbeltieren sind nicht erlaubt. Bestandteile von wirbellosen Tieren dürfen verwendet werden (z. B. Lackschildlaus). Des Weiteren dürfen Bestandteile vom Aussterben bedrohter Tierarten (Washingtoner Artenschutzübereinkommen4) und Berner Artenschutzabkommen5)) nicht eingesetzt werden.

4) Informationen zum Washingtoner Artenschutzübereinkommen siehe: http://www.cites.org/ oder http://www.cites.at/

5) Informationen zum Berner Artenschutzabkommen siehe: http://conventions.coe.int/Treaty/Commun/QueVoulezVous.asp?NT=104&CM=8&DF=10/02/04&CL=GER

Zur Gewinnung von Bestandteilen werden mechanische, physikalische, enzymatische sowie mikrobiologische Verfahren und für definierte Stoffklassen gewisse chemische Behandlungsmethoden (gemäß Abs. 6.3.2.3.2.) verwendet.

Es werden nur jene natürlichen Riech- und Aromastoffe eingesetzt, die den Bezeichnungen und Definitionen der internationalen Norm ISO 9235 entsprechen, sowie die darin aufgeführten Stoffe, die durch physikalische Methoden (z.B. Destillation, Wasserdampfdestillation, trockene Destillation, Pressung, jedoch nicht durch Enfleurage) isoliert wurden. Synthetisch rekonstituierte ätherische Öle beziehungsweise chemisch modifizierte natürliche Stoffe werden nicht in Riech- und Aromastoffen verwendet.

Da es sich bei diesen Stoffen um komplexe Vielstoffgemische handelt, sind gegebenenfalls besondere Lagerbedingungen zu beachten (z.B. Temperatur, Lichtschutz, Inertgas).

  • Für natürliche Stoffe und Gemische landwirtschaftlichen Ursprungs sind 100 Gewichtsprozente aus biologischer Produktion anzustreben. Ein Mindestanteil von 95 Gewichtsprozenten darf nicht unterschritten werden.
  • Wenn natürliche Stoffe und Gemische landwirtschaftlichen Ursprungs aus biologischer Produktion aufgrund von Nichtverfügbarkeit ausnahmsweise aus konventioneller Produktion eingesetzt werden, ist eine Freigabe der zuständigen Kontrollstelle einzuholen.
  • Das kosmetische Mittel enthält mindestens, je nach Produktkategorie, Bioanteile laut nachstehender Tabelle
KategorieBiologischer Mindestanteil in Gewichtsprozent bezogen auf das Fertigprodukt
Öle/wasserfrei Reinigungs- und Pflegeprodukte 90
Parfums/Eau de Parfum/Eau de Toilette 60
Emulsionen zur Hautpflege (W/Ö) 30
Deodorants und Antitranspirantien 20
Emulsionen (Ö/W) und Gele zur Hautpflege 20
Haarbehandlungsmittel 20
tensidhaltige Reinigungsprodukte 20
Zahn- und Mundpflege 20
Seifen 20
Wässer 20
Produkte mit einem Mineralstoffgehalt größer als 80 % 10
  • Bei Emulgatoren und Tensiden ist jener Molekülanteil als biologisch zu betrachten, der sich aus dem stöchiometrischen Anteil des pflanzlichen Ausgangsmaterials aus biologischer Produktion errechnet.
  • Der Rezeptur direkt zugesetztes Wasser wird dem Bioanteil nicht zugerechnet.

Wasserhaltige Bestandteile werden mit folgendem Gewichtsanteil berücksichtigt:

Sofern Bestandteile landwirtschaftlichen Ursprungs nicht den Einfuhrregeln der Verordnung (EG) Nr. 834/2007 unterliegen und nur in den Geltungsbereich dieses Abschnittes fallen, ist jedenfalls ein entsprechender Nachweis einer codexkonformen oder codexgleichwertigen Produktion seitens der Unternehmerin/des Unternehmers zu erbringen und von der Kontrollstelle vor der Einfuhr zu prüfen.

Produkte mit Bezeichnungen wie "kontrollierter Anbau" , "ohne Verwendung von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln", "ungespritzt" , "naturnaher Anbau" unterliegen den Regelungen der Verordnung (EG) Nr. 834/2007 und dieses Kapitels. Dies gilt nicht, wenn deutlich und allgemein verständlich erkennbar ist, dass es sich nicht um Produkte aus biologischer Landwirtschaft handelt.

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