2.2 Österreichischer Branntwein, Branntwein aus Österreich

Unterkategorien

Zusätzlich zu den für die Kategorie 4 in Anhang I der Verordnung (EU) 2019/787 festgelegten Mindestanforderungen, gilt für Österreichischen Branntwein:

  • Wein, der zur Herstellung von Branntwein aus Österreichisch bestimmt ist, stammt ausschließlich aus Österreich und erfährt keinerlei Veränderungen, die die Qualität oder Zusammensetzung des aus ihm bereiteten Destillates nachteilig beeinflussen; er weist insbesondere keinen Essigstich, keinen Milchsäurestich oder ähnliche Mängel auf.
  • Zur Herstellung kann auch jeder andere geeignete, aus Österreich stammende Wein verwendet werden, insbesondere Brennwein78 oder auch filtrierter und/oder zentrifugierter Weintrub („Hefepresswein“).79
  • Ein Zusatz fremder Hefe (Geläger) oder von Geläger- oder Tresterwein zu Brennwein und sonstigem Wein erfolgt nicht.
  • Nur herkömmliche Destillationsverfahren unter Normaldruck kommen zum Einsatz.
  • Wird Österreichischer Branntwein einer Reifung unterzogen, entspricht die Reifezeit mindestens der für „Weinbrand“.80
  • im Rahmen von traditionellen Herstellungsverfahren können verwendet werden

a) Typagestoffe zur Bonifizierung:
Zucker, Traubensaft, Traubensaftkonzentrat (Dicksaft), mit Weindestillat stumm gespriteter Traubensaft (Mistella), Süßweine (z. B. Malagawein, Marsala, Samos), deren Alkoholkomponente allenfalls mit Weindestillat erhöht worden ist;

b) Abrundungsmittel:
Auszüge von Eichenholz, Dörrpflaumen, grünen Walnüssen und getrockneten bzw. gerösteten Mandelschalen. Bei der Herstellung eines alkoholischen Auszuges wird nur Weindestillat oder Weinalkohol verwendet.

Andere Stoffe, insbesondere Geläger- oder Tresterdestillate, Destillate von Früchten, Nebenprodukte der Weindestillation (Vorläufe, Weinhefeöl), Kompositionen u. ä. werden nicht zugesetzt

 


78 im Sinne der Definition von Anhang II, Teil IV, Z 11 der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 über eine gemeinsame Marktorganisation (GMO) für landwirtschaftliche Erzeugnisse und zur Aufhebung der Verordnungen (EWG) Nr. 922/72, (EWG) Nr. 234/79, (EG) Nr. 1037/2001 und (EG) Nr. 1234/2007

79 GMO, Anhang VIII, Teil II, Abs. D Ziffer 3

80 Verordnung (EU) 2019/787, Anhang I, Kat. 5, lit. a, ii

Titrierbare Säure81, als Essigsäure berechnet höchstens 180 g/hl r. A.
Flüchtige Ester („Gesamtester“), als Ethylacetat berechnet mindestens 55 g/hl r. A.
Ethylacetat höchstens 90 g/hl r. A.
(Gesamtesterminus Ethylacetat/Gesamtester) x 100 mindestens 20
Gesamtester minus Ethylacetat mindestens 15 g/hl r. A.
Methanol82 höchstens 100 g/hl r. A.
Höhere Alkohole (iC4 + iC5)* mindestens 160 g/hl r. A. höchstens 400 g/hl r. A.
1-Butanol höchstens 5 g/hl r. A.
2-Butanol83 höchstens 10 g/hl r. A.
Gesamtester/Fuselalkohole (nC3 + iC4 + iC5)* höchstens 0,5
Asche höchstens 0,50 g/l (auf Ware berechnet)
Furfurolreaktion deutlich positiv
Extrakt (grav.) höchstens 20 g/l (auf Ware berechnet)

* nC3 = 1-Propanol; iC4 = 2-Methyl-1-propanol (iso-Butanol); iC5 = Summe von 2-Methyl-1-butanol und 3‑Methyl-1-butanol (iso Amylalkohole)

 


81 entsprechend 3 mval/100 ml r. A.

82 Bei Destillaten aus Rotwein kann der Methanolgehalt bis auf 180 g/hl r. A. ansteigen.

83 Die alleinige Überschreitung dieses Grenzwertes liefert keinen hinreichenden Grund für eine Beanstandung des Produktes, sofern nicht auch andere Untersuchungsergebnisse auf die Mitverwendung eines mikrobiell nachteilig beeinflussten Ausgangsmaterials hinweisen.

Sofern ein ausschließlich aus einer Rebsorte84 gewonnener Wein zur Herstellung verwendet wird, kann die rechtlich vorgeschriebene Bezeichnung „Branntwein“ auf diese Rebsorte Bezug nehmen, z. B. Branntwein - Grüner Veltliner, oder verkehrsüblich durch die Bezeichnung „ brand“ unter Voranstellen der Rebsorte ergänzt werden, z. B. Branntwein - Grüner Veltlinerbrand, Traminerbrand, Schilcherbrand usw.

 


84 „Sortenrein“ kann im Sinne von Art. 13 Abs. 1 der Verordnung (EU) 2019/787 nicht weiter mit einem 85 %-Anteil der Sorte gleichgesetzt werden.

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