B 22 Zucker und Zuckerarten

b22 zuckerVeröffentlicht mit Geschäftszahl:

BMGFJ-75210/0005-IV/B/7/2006 vom 2.7.2006

Änderungen, Ergänzungen:

BMGF-75210/0029-II/B/13/2017 vom 22.12.2017

 

Unterkategorien

Dieses Kapitel regelt das Inverkehrbringen von Zucker und Zuckerarten. Nicht geregelt werden Süßungsmittel gemäß Süßungsmittelverordnung (BGBl. Nr. 547/1996 idgF.).

Unter Zucker wird die aus Zuckerrüben oder Zuckerrohr gewonnene und von Nichtzuckerstoffen weitestgehend befreite Saccharose verstanden. Zu den Zuckern im Sinne dieses Kapitels werden auch Flüssigzucker, Kandiszucker, Gelbzucker, Braunzucker und Vollzucker gezählt.

Unter Zuckerarten im Sinne dieses Kapitels werden die folgenden süßschmeckenden Produkte auf Kohlenhydratbasis verstanden: Invertflüssigzucker, Invertzuckersirup, Stärkeverzuckerungsprodukte (z.B. Glukosesirup, getrockneter Glukosesirup, Maltodextrin, Dextrose, wasserfreie Dextrose, Maltose), Fruktose, Laktose, Fruchtsüße.

Stärkeverzuckerungsprodukte werden aus Stärke durch Hydrolyse mit Säuren und/oder Enzymen gewonnen; durch enzymatische Isomerisierung der D-Glukose entstehen fruktosehaltige Glukosesirupe.

Gereinigte und kristallisierte Saccharose von einwandfreier und handelsüblicher Qualität mit folgenden Merkmalen:

a) Polarisation mindestens 99,7°Z,
b) Gehalt an Invertzucker höchstens 0,04% in Gewicht,
c) Verlust beim Trocknen höchstens 0,06% in Gewicht,
d) Gesamtpunktezahl höchstens 8
  davon höchstens 6 für den Gehalt an Leitfähigkeitsasche,
    höchstens 4 für die Farbtype,
    höchstens 3 für die Farbe in Lösung.

Die Ermittlung des Merkmals "Gesamtpunktezahl" erfolgt nach den Vorschriften der Analysenmethoden a unter 3.1.

Gereinigte und kristallisierte Saccharose von einwandfreier und handelsüblicher Qualität mit folgenden Merkmalen:

a) Polarisation mindestens 99,7°Z,
b) Gehalt an Invertzucker höchstens 0,04% in Gewicht,
c) Verlust beim Trocknen höchstens 0,06% in Gewicht,
d) Farbtype höchstens 9.

Die Ermittlung des Merkmals "Farbtype" erfolgt nach den Vorschriften der Analysenme-thoden a unter 3.1.

Gereinigte und kristallisierte Saccharose von einwandfreier und handelsüblicher Qualität mit folgenden Merkmalen:

a) Polarisation mindestens 99,5°Z,
b) Gehalt an Invertzucker höchstens 0,1% in Gewicht,
c) Verlust beim Trocknen höchstens 0,1% in Gewicht.

Wässrige Lösung von  Saccharose mit folgenden Merkmalen:

a) Trockenmasse mindestens 62% in Gewicht,
b) Gehalt an Invertzucker (Verhältnis von Fruktose zu Dextrose: 1,0±0,2) höchstens 3% in Gewicht in der Trockenmasse,
c) Leitfähigkeitsasche höchstens 0,1% in Gewicht in der Trockenmasse,
d) Farbe in Lösung höchstens 45 ICUMSA-Einheiten.

Der Zusatz "Weiß-" ist für Flüssigzucker vorbehalten, bei dem die Farbe in Lösung 25 ICUMSA-Einheiten nicht übersteigt.

Kandiszucker weiß wird aus einer Weißzuckerlösung in Form großer Kristalle gewonnen; er entspricht folgenden Merkmalen:

a) Polarisation mindestens 99,7°Z,
b) Gehalt an Invertzucker höchstens 0,04% in Gewicht in der Trockenmasse,
c) Verlust beim Trocknen höchstens 0,5% in Gewicht in der Trockenmasse.

Kandiszucker braun wird aus einer teilweise karamellisierten Zuckerlösung in Form großer Kristalle gewonnen; er entspricht folgenden Merkmalen:

a) Polarisation mindestens 97°Z,
b) Gehalt an Invertzucker höchstens 0,5% in Gewicht in der Trockenmasse,
c) Verlust beim Trocknen höchstens 0,5% in Gewicht in der Trockenmasse.

Gelbzucker haften Reste des Sirups an, aus dem er kristallisiert worden ist; er entspricht folgenden Merkmalen:

a) Polarisation mindestens 96°Z,
b) Gehalt an Invertzucker höchstens 0,4% in Gewicht in der Trockenmasse,
c) Verlust beim Trocknen höchstens 3% in Gewicht in der Trockenmasse,
d) Leitfähigkeitsasche höchstens 1% in Gewicht in der Trockenmasse.

Braunzucker wird durch Kristallisation aus einer Mischung von teilweise karamellisierten Zuckersirupen und braunen Rohrzuckersirupen gewonnen; er entspricht folgenden Merkmalen:

a) Polarisation mindestens 97°Z,
b) Gehalt an Invertzucker höchstens 1,2% in Gewicht in der Trockenmasse,
c) Verlust beim Trocknen höchstens 0,5% in Gewicht in der Trockenmasse,
d) Leitfähigkeitsasche höchstens 0,9% in Gewicht in der Trockenmasse.

Die braunen Zuckersirupe werden ohne Zusatz von die Farbbildung katalysierenden Substanzen hergestellt.

Vollzucker wird aus Zuckerrüben unter möglichster Erhaltung der Rübeninhaltsstoffe gewonnen; er entspricht folgenden Merkmalen:

a) Polarisation mindestens 87°Z,
b) Gehalt an Invertzucker höchstens 5% in Gewicht in der Trockenmasse,
c) Verlust beim Trocknen höchstens 2% in Gewicht in der Trockenmasse,
d) Leitfähigkeitsasche mindestens 1% in Gewicht in der Trockenmasse,
e) Protein (N x 6,25) mindestens 2,5% in Gewicht in der Trockenmasse.

Wässrige Lösung von  teilweise durch Hydrolyse invertierter Saccharose, in welcher der Anteil an Invertzucker nicht vorherrscht und die folgenden Merkmalen entspricht:

a) Trockenmasse mindestens 62% in Gewicht,

b)
Gehalt an Invertzucker (Verhältnis von Fruktose zu Dextrose: 1,0±0,1) über 3%, jedoch höchstens 50% in Gewicht in der Trockenmasse,
c) Leitfähigkeitsasche höchstens 0,4% in Gewicht in der Trockenmasse.

Der Zusatz "Weiß-" ist für Invertflüssigzucker vorbehalten, bei dem der Gehalt an Leitfä-higkeitsasche  0,1% nicht übersteigt und die Farbe in Lösung 25 ICUMSA-Einheiten nicht übersteigt.

Wässrige, auch kristallisierte Lösung von teilweise durch Hydrolyse invertierter Saccha-rose, in welcher der Anteil an Invertzucker (Verhältnis von Fruktose zu Dextrose 1,0 +/- 0,1) an der Trockenmasse mehr als 50% in Gewicht beträgt und die folgenden Merkmalen entspricht:

a) Trockenmasse mindestens 62% in Gewicht,
b) Leitfähigkeitsasche höchstens 0,4% in Gewicht in der Trockenmasse.

Der Zusatz "Weiß-" ist für Invertzuckersirup vorbehalten, bei dem der Gehalt an Leitfä-higkeitsasche 0,1% nicht übersteigt und die Farbe in Lösung 25 ICUMSA-Einheiten nicht übersteigt.

Gereinigte und konzentrierte Lösung von  zur Ernährung geeigneten, aus Stärke und/oder Inulin gewonnenen Sacchariden, mit folgenden Merkmalen:

a) Trockenmasse mindestens 70% in Gewicht,
b) Dextroseäquivalent mindestens 20% in Gewicht in der Trockenmasse, in D-Glukose ausgedrückt,
c) Sulfatasche höchstens 1% in Gewicht in der Trockenmasse.

"Stärkesirup" kann als zusätzliche Bezeichnung neben "Glukosesirup" verwendet werden.

Den Glukosesirupen werden auch Erzeugnisse zugeordnet, bei denen auf Grund besonderer Herstellungsverfahren ein Inhaltsstoff wegen seiner Menge oder Bedeutung dem Erzeugnis spezielle sensorische oder anwendungstechnische Eigenschaften verleiht (z.B. "Hochmaltosesirup", Isoglukose).

Teilweise getrockneter Glukosesirup, mit folgenden Merkmalen:

a) Trockenmasse mindestens 93% in Gewicht,
b) Dextroseäquivalent mindestens 20% in Gewicht in der Trockenmasse, in D-Glukose ausgedrückt,
c) Sulfatasche höchstens 1% in Gewicht in der Trockenmasse.

"Trockenstärkesirup" kann als zusätzliche Bezeichnung neben "getrockneter Glukosesirup" verwendet werden.

Durch partielle Hydrolyse aus Stärke gewonnenes, gereinigtes und getrocknetes Erzeugnis von zur Ernährung geeigneten Sacchariden, das folgenden Merkmalen entspricht:

a) Trockenmasse mindestens 92% in Gewicht,
b) Dextroseäquivalent (DE) höchstens 20% in Gewicht in der Trockenmasse, in D-Glukose ausgedrückt,
c) Sulfatasche höchstens 1% in Gewicht in der Trockenmasse.

Gereinigte und kristallisierte D-Glukose mit einem Molekül Kristallwasser, die folgenden Merkmalen entspricht:

a) Dextrose (D-Glukose) mindestens 99,5% in Gewicht in der Trockenmasse,
b) Trockenmasse mindestens 90% in Gewicht,
c) Sulfatasche höchstens 0,25% in Gewicht in der Trockenmasse.

Gereinigte und kristallisierte D-Glukose ohne Kristallwasser, die folgenden Merkmalen entspricht:

a) Dextrose (D-Glukose) mindestens 99,5% in Gewicht in der Trockenmasse,
b) Trockenmasse mindestens 98% in Gewicht,
c) Sulfatasche höchstens 0,25% in Gewicht in der Trockenmasse.

Aus Stärke gewonnenes und gereinigtes Disaccharid aus D-Glukose, das folgenden Merkmalen entspricht:

a) Trockenmasse mindestens 90% in Gewicht,
b) Andere, beim Herstellungsprozeß entstehende Saccharide außer Maltose höchstens 4% in Gewicht in der Trockenmasse,
c) Sulfatasche höchstens 1% in Gewicht in der Trockenmasse.

Gereinigte und kristallisierte D-Fruktose mit folgenden Merkmalen:

a) Fruktosegehalt mindestens 98,0%,
b) Glukosegehalt höchstens 0,5%,
c) Trocknungsverlust höchstens 0,5%,
d) Leitfähigkeitsasche höchstens 0,1% in Gewicht.

Vorzugsweise aus Molke hergestelltes und gereinigtes Disaccharid aus D-Glukose und D-Galaktose, das folgenden Merkmalen entspricht:

a) Trockenmasse Laktosemonohydrat Laktoseanhydrid mindestens mindestens 94,5% in Gewicht, 99,5% in Gewicht,
b) Trocknungsverlust höchstens 0,5% in Gewicht,
c) Laktose mindestens 99% in Gewicht in der Trockenmasse,
d) Sulfatasche höchstens 0,3% in Gewicht in der Trockenmasse.

Konzentrierte wässrige Lösung der süßenden Stoffe einer oder mehrerer Fruchtarten in ihrem originären Verhältnis, die aus dem jeweiligen Fruchtsaft nach Entzug der Frucht-säuren, Farbstoffe, Mineralstoffe, Aromastoffe und anderer Fruchtinhaltsstoffe – im Rahmen der technologischen Möglichkeiten – gewonnen werden, die folgenden Merk-malen entspricht:

a) Trockenmasse mindestens 70% in Gewicht,
b) Asche höchstens 0,18% in Gewicht.

Für bestimmte Weiterverarbeitungszwecke ist Fruchtsüße auch mit einer geringeren Trockenmasse handelsüblich, die entsprechend zu deklarieren ist.

Fruchtsüße wird als solche, allenfalls unter Voranstellung des Namens der Ausgangsfrucht (-früchte) bezeichnet. Nicht verwendet werden hervorhebende Bezeichnungen wie "Natur-", "natürliche", "Voll-", "Vollwert" – oder sinngemäß. Auf das Vorhandensein von Sorbit in Fruchtsüße oder in fruchtsüßehaltigen Produkten wird dann hingewiesen, wenn vom Fertigprodukt bei üblicher Verzehrsmenge eine ab-führende Wirkung erwartet werden kann. In diesem Fall lautet der Warnhinweis: "Sorbit kann in Mengen ab 10 g pro Tag abführend wirken, das entspricht ..." (z.B. Teelöffel, Stück, g, ml).

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