7.1 Pálinka (PGI-HU+AT-02048)

Obstbrand, Kategorie 9 des Anhang II der Verordnung (EG) Nr. 110/2008

  • Physikalische, chemische Eigenschaften
    Die physikalischen und chemischen Eigenschaften entsprechen den einschlägigen Anforderungen der Verordnung EG/110/2008 Anhang II. Kategorie Nr. 9.

Pálinka aus Österreich weist zudem folgende spezifischen Eigenschaften auf:

Alkoholgehalt mindestens 38 % vol.
Gesamt-Trockenextrakt höchstens 5 g/l – davon höchs-tens 4 Zucker (berechnet als In-vertzucker) je Liter Fertiger-zeugnis
Ethylcarbamat nicht höher als 1 mg/l Erzeugnis
Flüchtige Bestandtei-le mindestens 400 g/hl r.A.
Ethylacetat höchstens 350 g/hl r.A.
Höhere Alkohole (iC4 + iC5) mindestens 100 g/hl r.A.
Fuselalkohole (nC3 + iC4 + iC5) mindestens 150 g/hl r.A. maximal 1.000 g/hl r.A.

nC3 = 1-Propanol
iC4 = 2-Methyl-1-propanol (iso-Butanol)
iC5 = Summe von 2-Methyl-1-butanol und 3-Methyl-1-butanol (iso Amylalkohole)

  • Organoleptische Eigenschaften
    Pálinka aus Österreich ist ein klarer, farbloser Marillenbrand, mit dem charakteristisch blumigen Geruch und dem vollfruchtigen Geschmack reifer Marillen und einem dezenten, niemals dominanten Steinton.
  • Besonderer Merkmale (im Vergleich zu anderen Spirituosen derselben Kategorie)
    Österreichischer Pálinka wird ausschließlich aus Marillen (Prunus Armeniaca L.), die aus den östlichen Österreichischen Bundesländern sowie aus Ungarn stammen, hergestellt und weist gegenüber herkömmlichem Marillenbrand einen etwas höheren Mindestalkoholgehalt auf.

Pálinka aus Österreich wird ausschließlich in den Bundesländern Niederösterreich, Burgenland, Steiermark und Wien hergestellt.

Pálinka aus Österreich wird ausschließlich aus reifen qualitativ hochwertigen Marillen durch alkoholische Gärung und Destillation hergestellt.

Die Marillen werden in der Regel vor dem Einmaischen entsteint, um eine im Allgemeinen nur dezent wahrnehmbare Kernnote zu erzielen.

Werden die Früchte nicht entsteint, erfolgt das Quetschen so behutsam, dass eine Beschädigung der Steine weitestgehend vermieden wird. Fermentierte Maischen nicht entsteinter Marillen werden bis zur Destillation nur kurzfristig gelagert, abgelagerte Steine nicht in die Destillationsanlage gepumpt.

Die Destillation erfolgt in einfachen Brenngeräten oder in Brenngeräten mit Verstärker. Kontinuierliche Destillation ist mit der traditionellen Herstellung unvereinbar und wird nicht eingesetzt.

Entsprechend den Traditionen wird österreichischer Pàlinka nur in Destillerien, die in den Bundesländern Niederösterreich, Burgenland, Steiermark oder Wien ihren Sitz haben, erzeugt.

Das zum Herabsetzen auf Trinkstärke verwendete Wasser stammt, sofern es eine Härte von nicht mehr als 8,4 °dH aufweist, üblicherweise aus dem genannten geografischen Gebiet im Osten Österreichs. Steht solches Wasser lokal nicht zur Verfügung, kann entionisiertes oder anders enthärtetes Wasser, auch von außerhalb dieser östlichen Bundesländer Österreichs, verwendet werden. Durch die Verwendung von Wasser mit einem geringen Mineralstoffgehalt bzw. enthärtetem Wasser sollen Trübungen im Endprodukt weitestgehend hintangehalten und eine abschließende Filtration in der Regel entbehrlich sein.

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