2. Parameter, für die Verfahrenskennwerte spezifiziert sind

Für folgende Parameter sollen die spezifizierten Verfahrenskennwerte gewährleisten, dass das verwendete Analyseverfahren mindestens geeignet ist, dem Parameterwert entsprechende Konzentrationen mit den nachstehend genannten Spezifikationen für Richtigkeit, Präzision und Nachweisgrenze zu messen. Unabhängig von der Empfindlichkeit des verwendeten Analyseverfahrens ist das Ergebnis mindestens bis auf die gleiche Dezimalstelle wie bei dem jeweiligen Parameterwert in Anhang I Teile B und C der TWV anzugeben.

Parameter Richtigkeit in % des Parameterwertes (Anm. 1) Präzision in % des Parameterwertes (Anm. 2) Nachweisgrenze in % des Parameterwertes (Anm. 3) Bedingungen Anmerkungen
Acrylamid       Anhand der Produkt­spezifikation zu kontrollieren  
Aluminium 10 10 10    
Ammonium 10 10 10    
Antimon 25 25 25    
Arsen 10 10 10    
Benzo-(a)-pyren 25 25 25    
Benzol 25 25 25    
Bor 10 10 10    
Bromat 25 25 25    
Cadmium 10 10 10    
Chlorid 10 10 10    
Chrom 10 10 10    
Leitfähigkeit 10 10 10    
Kupfer 10 10 10    
Cyanid 10 10 10    
1,2-Dichlor-
ethan
25 25 10    
Epiclor-
hydrin
      Anhand der Produkt­spezifikation zu kontrollieren  
Fluorid 10 10 10    
Eisen 10 10 10    
Blei 10 10 10    
Mangan 10 10 10    
Quecksilber 20 10 10    
Nickel 10 10 10    
Nitrat 10 10 10    
Nitrit 10 10 10    
Oxidierbar-
keit
25 25 10   Anm. 4
Pestizide 25 25 25   Anm. 5
Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe 25 25 25   Anm. 6
Selen 10 10 10    
Natrium 10 10 10    
Sulfat 10 10 10    
Tetrachlor­ethen 25 25 10   Anm. 7
Trichlorethen 25 25 10   Anm. 7
Trihalo-methane ­insgesamt 25 25 10   Anm. 6
Uran 10 10 10    
Vinylchlorid       Anhand der Produkt-spezifikation zu kontrollieren  

Für die Wasserstoffionen-Konzentration sollen die spezifizierten Verfahrenskennwerte gewährleisten, dass das verwendete Analyseverfahren geeignet ist, dem Parameterwert entsprechende Konzentrationen mit einer Richtigkeit von 0,2 pH-Einheiten und einer Präzision von 0,2 pH-Einheiten zu messen.

Anmerkung 1:
Richtigkeit ist die systematische Messabweichung, die sich als Differenz zwischen dem Mittelwert aus einer großen Anzahl von wiederholten Messungen und dem wahren Wert ergibt.

Anmerkung 2:
Präzision ist die zufällige Messabweichung, die in der Regel als die Standardabweichung (innerhalb einer Messwertreihe und zwischen Messwertreihen) der Streuung von Ergebnissen um den Mittelwert ausgedrückt wird. Als annehmbare Präzision gilt die zweifache relative Standardabweichung.

Anmerkung 3:
Nachweisgrenze ist entweder

  • die dreifache relative Standardabweichung (innerhalb einer Messwertreihe) einer natürlichen Probe mit einer niedrigen Konzentration des Parameters; oder
  • die fünffache relative Standardabweichung (innerhalb einer Messwertreihe) einer Blindprobe.

Anmerkung 4:
Die Oxidation ist über 10 Minuten bei 100 °C in saurem Milieu mittels Permanganat durchzuführen.

Anmerkung 5:
Die Verfahrenskennwerte gelten für jedes einzelne Pestizid und hängen von dem betreffenden Pestizid ab.

Anmerkung 6:
Die Verfahrenskennwerte gelten für die einzelnen spezifizierten Stoffe bei 25 % des Parameterwerts in Anhang I der TWV.

Anmerkung 7:
Die Verfahrenskennwerte gelten für die einzelnen spezifizierten Stoffe bei 50 % des Parameterwerts in Anhang I der TWV.

Radionuklide Nachweisgrenze (Anm. 1, 2) Anmerkungen
Tritium 10 Bq/l Anm. 3
Radon 10 Bq/l Anm. 3
U-238 0,02 Bq/l  
U-234 0,02 Bq/l  
Ra-226 0,04 Bq/l  
Ra-228 0,02 Bq/l Anm. 4
Pb-210 0,02 Bq/l  
Po-210 0,01 Bq/l  
C-14 20 Bq/l  
Sr-90 0,4 Bq/l  
Pu-239/ Pu-240 0,04 Bq/l  
Am-241 0,06  
Co-60 0,5 Bq/l  
Cs-134 0,5 Bq/l  
Cs-137 0,5 Bq/l  
I-131 0,5 Bq/l  

Anmerkung 1:
Die Nachweisgrenze ist zu berechnen nach der Norm ISO 11929: „Determination of the characteristic limits (decision threshold, detection limit and limits of the confidence interval) for measurements of ionizing radiation — Fundamentals and application“ mit Abweichungswahrscheinlichkeiten der 1. und 2. Art von jeweils 0,05.

Anmerkung 2:
Messunsicherheiten sind zu berechnen und zu melden als vollständige Standardunsicherheiten oder als erweiterte Standardunsicherheiten mit einem Erweiterungsfaktor von 1,96 gemäß dem ISO-Leitfaden „Guide for the Expression of Uncertainty in Measurement“.

Anmerkung 3:
Die Nachweisgrenze für Tritium und Radon liegt bei 10 % des Parameterwerts von 100 Bq/l.

Anmerkung 4:
Die Nachweisgrenze gilt nur für die Erstprüfung im Hinblick auf die Richtdosis für eine neue Wasserquelle. Falls die Erstprüfung keinen plausiblen Grund dafür ergibt, dass Ra-228 20% der abgeleiteten Konzentration überschreitet, kann die Nachweisgrenze auf 0,08 Bq/l für spezifische Routinemessungen für das Nuklid Ra-228 erhöht werden, bis eine anschließende erneute Kontrolle erforderlich ist.

nach oben